Do., 14.12.2017

Insolvente Max Moritz-Gruppe stößt auch Bielefelder Standort ab Weller verkauft Audi-Zentrum

Teurer Standort mit wenig Fortune: Wellers Audi-Zentrum an der Eckendorfer Straße benötigt einen Investor.

Teurer Standort mit wenig Fortune: Wellers Audi-Zentrum an der Eckendorfer Straße benötigt einen Investor. Foto: Thomas F. Starke

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Burkhard Weller (62) zieht die Reißleine. Nach 16 Monaten vergeblicher Restrukturierungsversuche hat der Chef der Weller-Gruppe für die Max Moritz-Gruppe (VW/Audi) die Insolvenz in Eigenregie beantragt. Elf Autohäuser suchen Käufer.

Weller: »Der Standort in Bielefeld ist aber für Audi gesetzt.« Vor vielen Jahren hat Weller in Bielefeld den Autoverkauf bei Hagemann gelernt, jetzt zahlt einer der größten Autohändler der Republik bitteres Lehrgeld. Drei Monate Zeit lässt ihm das Verfahren, die Max Moritz-Aktivitäten mit zwei zusätzlichen Geschäftsführern geordnet zu regeln. Während die Weller-Gruppe mit Toyota/Lexus sowie B&K (BMW/Mini) laut Weller gut läuft, werde man sich mit Max Moritz von den Produkten des VW-Konzerns geordnet zurückziehen.

Eröffnung damals mit Thomas Helmer

Der Standort in Bielefeld, gerade erst 2015 mit Glanz und Gloria und Stargast Thomas Helmer als »Leuchtturm«-Zentrum der Ingolstädter präsentiert und eine glatte Zehn-Millionen-Euro-Investition, ist laut Weller nicht von Schließung bedroht. Knapp 60 Mitarbeiter sind hier tätig, seit sechs Wochen als neuer Geschäftsleiter an der Eckendorfer Straße ist Hans-Jürgen Vogel, örtliches BMW-Urgestein des Autohauses Cloppenburg. Vogel: »Hier läuft das normale Tagesgeschäft.« Laut Weller sollen Kunden in Bielefeld nicht merken, dass von der Berliner Zentrale aus ein Käufer für den einzigartigen Betrieb in der ehemaligen Spedition Mönkemöller gesucht wird. Im Januar soll die Investorensuche beginnen. Die Gehälter sind demnach gesichert, die Arbeitsplätze sollen es sein.

Zumindest in Ostfriesland mit vier Betrieben war die Max Moritz-Gruppe offenbar schon in Schieflage, als man Bielefeld eröffnete. Es lief nicht rund, sagt Weller selbst, die Entwicklung sei nicht über Nacht gekommen. Tatsächlich halten Branchenkenner die laut Weller in Bielefeld verkauften 550 Audi-Neuwagen als deutlich zu wenig für einen solch großen Betrieb.

1000 Einheiten als mittelfristiges Ziel

Bei der Eröffnung hatte er selbst 1000 Einheiten als mittelfristiges Ziel vorgegeben. Statt 2000 Gebrauchtwagen hat das Unternehmen in dem Hochglanz-Betrieb an der Eckendorfer Straße nur 1300 Einheiten abgesetzt. Burkhard Weller gibt sich allerdings kämpferisch, sieht in Bielefeld die Allein-Lösung eines ex­trem attraktiven Zentrums, das für die Verantwortlichen bei Audi stets hoch angesiedelt war. Weller: »Der Hersteller will an diesem Standort bleiben.«

Seit 2011 hatte Weller zugekaufte Autohäuser unter »Max Moritz« für VW und Audi geführt, Bielefeld ist einer der wenigen Neubauten – wohl unter keinem guten Stern. Man spricht von Unregelmäßigkeiten bei Stückzahlen, häufigen Geschäftsführerwechseln oder verzögerter Auslieferung von Neuwagen mangels vorliegendem Kfz-Brief.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5357313?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F