Wanderwege am Dienstag gesperrt – Aktion wegen Afrikanischer Schweinepest
Große Wildschweinjagd in Bielefeld

Bielefeld (WB). Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest aus Osteuropa und eine Übertragung auf Hausschweine zu verhindern, gehen mehr als 100 Jäger am Dienstag, 9. Januar, in Bielefeld auf Wildschweinjagd.

Freitag, 05.01.2018, 11:01 Uhr aktualisiert: 05.01.2018, 11:14 Uhr
Wildschweine Foto: dpa
Wildschweine Foto: dpa

Die Jagd erfolge in den Waldgebieten/Jagdrevieren nahe der Autobahn A2, teilte die Stadt am Freitag mit. Die Anregung zur Jagd geht vom städtischen Veterinäramt sowie der Veterinärverwaltung NRW aus.

In der Zeit von 9.30 bis 13.30 Uhr werden die Waldgebiete östlich der A2, nördlich/östlich Sennestadt bis Oerlinghausen und Ubbedissen für Erholungssuchende vorübergehend durch Hinweisschilder oder Flatterbänder an den Hauptwanderwegen gesperrt.

An den Durchgangsstraßen wird auf die Gefahren des Wildwechsels hingewiesen, um Risiken durch den Schusswaffengebrauch und Unfallgefahren für Unbeteiligte zu minimieren. Das Veterinäramt appelliert an Erholungssuchende, die Sperrungen des Gebietes zu beachten. Autofahrer werden um eine vorausschauende Fahrweise gebeten.

Die Waldgebiete nahe der A2 stehen im Fokus, weil Abfälle am Autobahnrand als Infizierungsquelle für Wildschweine gelten. Aus den Seuchengebieten aus Osteuropa mitgebrachte Lebensmittel können die Erreger der Afrikanischen Schweinepest tragen, die auch nach langer Zeit oder Verderb der Lebensmittel infektiös bleiben.

Gerade in der Weihnachtszeit gelangen bei Familienbesuchen Reiseproviant und mitgebrachte lokale Delikatessen in unsere Region, die als Abfall am Autobahnrand achtlos entsorgt dort von Wildschweinen gefunden werden können, so das Veterinäramt. Die in Tschechien und in der Nähe von Warschau 2017 aufgetretenen Seuchenfälle hätten die Gefahren dieses Verbreitungsweges belegt.

Die fehlende Einzäunung der A2 am Bielefelder Berg ermögliche den Wildschweinen, direkt am Autobahnrand in einem Bereich nach Essbarem und Salz zu suchen, der zur Vermeidung von Wildunfällen nicht bejagt werden darf, so das Amt.

Kommentare

Wildtierschutz Deutschland e.V.  schrieb: 09.01.2018 18:24
Wie dumm ist denn dieses Argument?
Man geht in der Nähe von Bielefeld also mit 100 Jägern und ihren Hunden in den Wald, um Wildschweine zu töten, damit die weggeworfene Nahrungsmittel, die kontaminiert sein könnten, nicht fressen. Warum sagen die Jäger nicht einfach, wir machen uns einen schönen Vormittag im Wald, schießen ein paar Wildsäue, und anschließend geht's zum Kesseltreiben "Zum stillen Zecher"? Das wäre wenigstens ehrlich.
Wenn die Jäger tatsächlich etwas gegen den Eintrag der Afrikanischen Schweinepest tun wollten, würden Sie regelmäßig an Problemzonen entlang der Autobahn den Mist wegräumen. Aber das tun sie ja in der Regel schon nicht während der freiwilligen Aufräumaktionen zu Beginn des Frühlings.
1 Kommentare
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