Di., 09.01.2018

Bielefelder Gemeinschaftsjagd auf 900 Hektar im Kampf gegen Schweinepest 20 Wildschweine bei Jagd an der A2 erlegt

Immer der Nase nach: Stefan Szaneitat setzt im Revier auf sein bewährtes Terrier-Dreierteam mit Maja, Rocko und Leo, Rüde, Hündin und Junior.

Immer der Nase nach: Stefan Szaneitat setzt im Revier auf sein bewährtes Terrier-Dreierteam mit Maja, Rocko und Leo, Rüde, Hündin und Junior. Foto: Bernhard Pierel

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Für die erste großflächige Wildschweinjagd in OWL waren am Dienstag an der Autobahn 2 in Bielefeld 100 Jäger auf 900 Hektar auf der Pirsch. Erlegt wurden bis zum Nachmittag 20 Wildschweine und sieben Stück Rehwild. Gejagt wurde auf Initiative des Veterinäramtes. Der Anlass: die Angst vor der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sowie die stark zunehmende Wildschweinpopulation im Teutoburger Wald und der Senne.

»Die Tiere haben keinen natürlichen Feind. Und die Vermehrungsrate ist hoch«, erklärte Dr. Hans-Helmut Jostmeyer vom Veterinäramt. Der Wohlfühlfaktor der Schwarzkittel ist nicht zuletzt auch eine Folge der in die Natur vordringenden Zivilisation, sagte der Fachmann.

Essensreste auf Raststätten locken Tiere an

Entlang der A2 gebe es jede Menge Parkplätze, wo die Wildschweine zahlreiche Essensreste finden. Seit Jahren breitet sich die Afrikanische Schweinepest in Osteuropa aus. Mit der Vielzahl osteuropäischer Trucker kommen Lebensmittel nach OWL, landen Abfälle in Mülleimern. Die Ausbreitung der Seuche aus Osteuropa nimmt laut Jostmeyer so ihren Lauf.

Häufiger »Assistent« der Wildschweine am Mülleimer ist der Waschbär, der sich ebenso rasant vermehrt, die Mülleimer plündert und den Schweinen die Reste lässt. Waschbären wurden deshalb gestern ebenso bejagt wie Marderhunde, Füchse und Rehwild.

Tierschützer blockieren Schussfelder

Die Jagd verlief laut Stadtförster Herbert Linnemann ohne Zwischenfälle. Im Wald treffen die Jäger aber auch auf einige Tierrechtler in kleinen Gruppen.  Schon im Vorfeld hatte es Kritik an der Aktion gegeben .

Am Dienstag blockieren Tierschützer zeitweise einzelne Schussfelder, offene Konfrontationen gab es nicht. »Alles lief gut und sicher«, resümierte Linnemann.

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