Sa., 20.01.2018

Jugendberufsagentur eröffnet – Stadt will »nachlegen« Bonus für neue Lehrstellen

Offizielle Eröffnung der neuen Jugendberufsagentur mit (von links) Rainer Radloff (Jobcenter), Klaus Siegeroth (REGE), Thomas Richter (Agentur für Arbeit), Sozialdezernent Ingo Nürnerberger, Oberbürgermeister Pit Clausen. Raimund Becker, Vorstand Bundesagentur für Arbeit, Landtagspräsident Andre Kuper und Hauseigentümer Sascha Dietrich

Offizielle Eröffnung der neuen Jugendberufsagentur mit (von links) Rainer Radloff (Jobcenter), Klaus Siegeroth (REGE), Thomas Richter (Agentur für Arbeit), Sozialdezernent Ingo Nürnerberger, Oberbürgermeister Pit Clausen. Raimund Becker, Vorstand Bundesagentur für Arbeit, Landtagspräsident Andre Kuper und Hauseigentümer Sascha Dietrich Foto: Mike-Dennis Müller

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Weil die Lehrstellenbilanz in Bielefeld nach wie vor unausgeglichen sei, wolle die Stadt »nachlegen«, kündigte Oberbürgermeister Pit Clausen am Freitag bei der Einweihungsfeier der Jugendberufsagentur im Neubau an der Herforder Straße 71 an.

Um auch bei kleinen Firmen einen Anreiz dafür zu schaffen, neue Lehrstellen auszuweisen, werde die Stadt einen Bonus von bis zu 3600 Euro pro neuer Azubi-Stelle zahlen. Gleichzeitig gebe die Stadt auch ein Versprechen ab, nämlich, so Clausen, Betrieben, die sich melden, weil sie einen Azubi suchen, drei geeignete Bewerber zu vermitteln.

Der Neubau an der Herforder Straße. Foto: Müller

Clausen sprach von passgenauer Hilfe für den Einzelnen, die die Jugendberufsagentur mit ihren vier Trägern –Stadt, REGE mbH (Regionale Personalentwicklungsgesellschaft), Agentur für Arbeit, Jobcenter Arbeitplus) unter einem Dach biete: »Hier wird im Schulterschluss durchgestartet.« Das inhaltliche Fundament sei bereits vor zehn Jahren mit der Gründung des Jugendhauses und mit der Ausbildungsoffensive gelegt worden, jetzt aber sei »neue Power in der Bewegung«. Der Oberbürgermeister betonte, er freue sich, dass »Bielefeld Vorbild und Vorreiter mit dieser bundesweit einmaligen Einrichtung« sei. Landtagspräsident André Kuper lobte die »kurzen Wege« und die Verbesserung beim Übergang zwischen Schule und Beruf: »Ein Leuchtturmprojekt.«

1,5 Millionen 24- bis 35-Jährige ohne formale Qualifikation

Raimund Becker, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (Nürnberg) pflichtete dem bei, sagte aber auch, es sei noch viel zu tun, um allen Jugendlichen eine Berufsperspektive zu bieten. Zwar läge in Deutschland die Jugendarbeitslosigkeit bei »nur« fünf Prozent – EU-weit liegt sie im Durchschnitt bei 17 Prozent – es gäbe aber 1,5 Millionen 24- bis 35-Jährige ohne formale Qualifikation, dazu würden pro Jahr 60.000 junge Menschen die Schule ohne Abschluss verlassen. Essenz der Jugendberufsagentur seien »Prävention und Kooperation«.

Die Jugendberufsagentur will jungen Menschen weiter helfen, die berufliche Fragen haben oder finanzielle Unterstützung brauchen. Die Träger arbeiten eng zusammen, um Ratsuchenden doppelte Wege zu ersparen und die jeweils passenden Unterstützungsangebote zu machen. Niemand solle sich im Paragrafendschungel zwischen SGB II, III und VIII, zwischen Bafög und Bildung und Teilhabepaket verirren.

Der Neubau hat sieben Etagen, die von allen Einweihungsrednern viel gelobte Architektur will Transparenz und Offenheit signalisieren.

In unmittelbarer Nachbarschaft steht bereits das Jobcenter Arbeitplus, auf einem weiteren Grundstück dieses Quartier No. 1 genannten Viertels ist ein neues Hotel-/Boarding-House geplant (das WESTFALEN-BLATT berichtete).

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