Do., 15.03.2018

Christel und Siegfried Hahmann schenken dem Heimathaus ihr historisches Fahrrad Hochzeitsreise auf dem Drahtesel

1961 kaufte Siegfried Hahmann seiner Ehefrau Christel das Fahrrad als Hochzeitsgeschenk. Ihre Hochzeitsreise (Bild rechts) ans Hücker Moor unternahm Christel Hahmann 1961 bereits auf ihrem neuen Fahrrad. Es folgten viele weitere gemeinsame Touren.

1961 kaufte Siegfried Hahmann seiner Ehefrau Christel das Fahrrad als Hochzeitsgeschenk. Ihre Hochzeitsreise (Bild rechts) ans Hücker Moor unternahm Christel Hahmann 1961 bereits auf ihrem neuen Fahrrad. Es folgten viele weitere gemeinsame Touren. Foto: Bernhard Pierel

Von Kerstin Panhorst

Bielefeld (WB). Für 193 Deutsche Mark hat Siegfried Hahmann 1961 ein Damenrad der in Brackwede ansässigen Firma Wellerdiek gekauft. Das Modell 256, dessen Originalrechnung der heute 87-Jährige noch immer hat, war damals ein Hochzeitsgeschenk für seine zukünftige Frau Christel.

»Da gab es für uns noch keine Autos. Ich hatte ein Fahrrad, meine Verlobte nicht – also habe ich ihr eines zur Hochzeit am 25. Juli 1961 gekauft«, erzählt der ehemalige Maschinenschlosser. Bis vor zwei Jahren fuhr Christel Hahmann regelmäßig auf diesem Geschenk. Aus gesundheitlichen Gründen kann die 84-Jährige keine Spritztouren mehr auf dem grünen Zweirad unternehmen.

Als im vergangenen Jahr das Fahrradmuseum im Heimathaus Brackwede an der Cheruskerstraße eröffnete, beschlossen die Hahmanns, auch ihr wunderbar erhaltenes Rad der Ausstellung zu überlassen. »Es wäre mir schwer gefallen, das Rad jungen Leuten zu übergeben, die es nicht pflegen würden oder zu schätzen wüssten. Jetzt gebe ich es leichten Herzens ab, da ich weiß, dass es in gute Hände kommt«, sagt Christel Hahmann.

»Wellerdiek ist deutsche Wertarbeit«

Ortsheimatpflegerin Rosemary Flöthmann, die das Heimathaus Brackwede betreut, nahm das besondere Stück nun persönlich entgegen. In der Sammlung des Heimathauses wird es künftig neben zahlreichen Fabrikaten der Brackweder Firma Stricker stehen.

»Ich hatte damals auch überlegt, meiner Frau ein Stricker-Rad zu kaufen. Aber mein Vater Helmut, der für eine Spedition Räder von fast allen Firmen abholte, hat mir gesagt‚ ›Stricker ist Massenmurks, Wellerdiek ist deutsche Wertarbeit‹, und ich habe nie bereut, diesen Tipp befolgt zu haben«, erzählt Siegfried Hahmann. Im Laufe der Jahre hat er zwar Einzelteile wie die Bereifung, die Kette, das Netz, Sattel und Ständer ausgetauscht und die Schutzblechlinierung neu bemalt,. Doch Rahmen und Lenker sowie kleine Details wie eine Satteltasche oder auch das Firmenemblem sind bestens erhalten.

Viele gemeinsame Ausflüge und Touren

Mit dem Fahrrad verbindet das Ehepaar zahlreiche Erlebnisse, sogar die Hochzeitsreise zum Hücker Moor fand auf dem Fahrrad statt. Viele gemeinsame Ausflüge und Touren hat das Zweirad mitgemacht, mehrere Mühlentouren nach Petershagen, Fahrten entlang der Ems, nach Stukenbrock, nach Halle und Borgholzhausen hat es auf dem metallenen Buckel. »Nach Feierabend sind wir oft mit den Rädern nach Steinhagen gefahren. Da gab es dann in der Eisdiele immer eine schöne große Portion«, erinnert sich Siegfried Hahmann.

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