An diesem Mittwoch ist Welt-Down-Syndrom-Tag – Tabea Mewes mit Online-Projekt
Schön, dass Marian da ist

Bielefeld (WB/sas). Tabea Mewes schwärmt von ihrem Bruder Marian: »Er ist einfach toll.« Marian hat das Down-Syndrom. Und nicht trotzdem und nicht deswegen liebt die 28-Jährige ihn, sondern weil Marian ist, wie er ist: ein fröhlicher Mensch.

Mittwoch, 21.03.2018, 14:00 Uhr aktualisiert: 21.03.2018, 14:40 Uhr
Tabea Mewes mit ihrem Bruder Marian: ein Herz und eine Seele. Bruder Tilman macht als Dritter im Bunde die Geschwister-Riege im Hause Mewes vollständig. Foto:
Tabea Mewes mit ihrem Bruder Marian: ein Herz und eine Seele. Bruder Tilman macht als Dritter im Bunde die Geschwister-Riege im Hause Mewes vollständig.

Allerdings, bedauert die Medienwissenschaftlerin, die jetzt an der Universität Bielefeld promoviert, gebe es viele Fehlinformationen und Nicht-Wissen über das Down-Syndrom. Sie hat deshalb das Online-Projekt #notjustdown ins Leben gerufen. Es war Teil ihrer Masterarbeit und ist im November vergangenen Jahres an den Start gegangen. »Die Resonanz war bislang schon sehr positiv, völlig unbekannte Menschen haben mir geschrieben.«

Tabea Mewes möchte eine Bewusstseinsbildung durch »social marketing« erreichen: »Ich möchte mit den Möglichkeiten der online-Kommunikation für Werte, Vorstellungen und Ideen werben und einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft anstoßen.« Der Welt-Down-Syndrom-Tag an diesem Mittwoch ist für sie Anlass, auf Menschen wie ihren Bruder Marian aufmerksam zu machen. Der 20-Jährige, erzählt sie, sei in ihrer Familie der Mittelpunkt – ohne dass sie oder ihr Bruder Tilman (25) je darunter gelitten oder mit Eifersucht reagiert hätten, obgleich der Jüngste des Geschwistertrios mehr Aufmerksamkeit verlangte.

»Mari ist sehr kommunikativ und will gefordert werden.«

Über das Leben mit Marian schreibt Tabea Mewes unter »notjustdown« und gibt zugleich viele Informationen für alle, die nicht wissen, was das Down-Syndrom ist: eine Genvariation, bei der das 21. Gen statt zweimal dreimal vorhanden ist. Benannt ist es im Übrigen nach dem britischen Arzt Langdon-Down, der die Besonderheiten der Menschen mit Down-Syndrom im 19. Jahrhundert erstmals beschrieb.

In Harnisch bringt Tabea Mewes, wenn Menschen wie ihrem Bruder Marian nichts zugetraut wird und sie aussortiert werden. »Mari ist sehr kommunikativ und will gefordert werden.« Holz- und Metallverarbeitung machen ihm Spaß, er müsse längst nicht nur Sortierarbeiten leisten. Die Familie Mewes jedenfalls ist froh, ihn zu haben, auch wenn die Diagnose Trisomie 21 einen Schwangerschaftsabbruch erlaubt hätte.

»Aber Handicaps können doch jederzeit auftreten. Nur 4,5 Prozent aller Behinderungen sind angeboren: Die meisten sind Folge von Geburtskomplikationen, von späteren Erkrankungen oder Unfällen«, sagt die 28-Jährige. Ihr Wunsch ist, dass »notjustdown« dazu beiträgt, dass Menschen wie Marian sich in der Gesellschaft angenommen und nicht nur geduldet fühlen.

Mehr Infos gibt es im Internet.

Kommentare

steffen  schrieb: 21.03.2018 21:32
Happy Welt-Down-Syndrom-Tag,
mir tun alle Menschen leid, die noch nie einen Menschen mit Down Syndrom kennengelernt haben.
1 Kommentare
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