Sa., 31.03.2018

Ostermarsch in Bielefeld 1000 demonstrieren gegen Krieg und für Abrüstung

Der Demonstrationszug ging vom Kesselbrink über die Herforder Straße bis zum Hauptbahnhof und von dort bis zur Abschlusskundgebung auf dem Jahnplatz.

Der Demonstrationszug ging vom Kesselbrink über die Herforder Straße bis zum Hauptbahnhof und von dort bis zur Abschlusskundgebung auf dem Jahnplatz. Foto: Hendrik Uffmann

Bielefeld (WB/hu/dpa). Kriege im Nahen Osten und zunehmende Spannungen zwischen Russland und der Nato – viele Menschen sorgen sich um den Frieden. Bei den Ostermärschen in NRW zeigen sie Flagge gegen Krieg und Aufrüstung. Auch in Bielefeld.

»Kriege sind doof« – das stand auf dem Plakat, das Jannis Fleer vor sich her trug. Zusammen mit seinem Vater Frank Mattra war der Neunjährige einer von laut Polizei etwa 1000 Teilnehmern die am Samstag beim Ostermarsch Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld für Abrüstung und Frieden statt Krieg demonstrierten.

Nach dem Start um 12 Uhr am Kesselbrink zog der Demonstrationszug über die Herforder Straße bis zum Hauptbahnhof und von dort zum Jahnplatz, wo es eine Abschlusskundgebung gab.

Mehrere Themen im Mittelpunkt

Aufgerufen zu dem Ostermarsch hatte erneut die Bielefelder Friedensinitiative, ein Zusammenschluss zahlreiche Gruppen, Verbände und Parteien aus OWL. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr gleich mehrere Themen – darunter auch der türkische Einmarsch in die syrische Stadt Afrin.

Angeschlossen hatten sich dem Ostermarsch so auch kurdische Teilnehmer, die schon seit Wochen regelmäßig gegen die türkische Militäroffensive protestieren. Gefordert wurde von den Demonstranten aber auch, dass die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen unterschreibt sowie eine Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr und der Stopp aller Rüstungsexporte. Der Ostermarsch wandte sich außerdem auch gegen die militärische Nutzung der Senne.

»Das sind keine Nostalgikertreffen – die Welt steht wieder am Abgrund«

In Duisburg startete der dreitägige Ostermarsch Rhein-Ruhr. Er führt die Demonstranten bis Ostermontag über Essen, Bochum und Werne nach Dortmund. Die Veranstalter erwarten bis zu 2500 Teilnehmer. Am Karfreitag hatte es bereits einen Protestmarsch in Gronau gegeben, dem Standort der einzigen kommerziellen Urananreicherungsanlage in Deutschland.

Längst sind die Ostermärsche deutlich kleiner als auf dem Höhepunkt der Bewegung zu Beginn der 1980er Jahre. Trotzdem betont der Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft, Joachim Schramm: »Das sind keine Nostalgikertreffen – die Welt steht wieder am Abgrund.« Vor allem der Ost-West-Konflikt sei zurückgekehrt. Weitere Friedensmärsche in NRW gibt es in Gummersbach, Neuss, Siegburg, Münster und Köln.

Bundesweit organisiert die Ostermarschbewegung bis Ostermontag mehr als 100 Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen oder Vortragsveranstaltungen. Das Netzwerk Friedenskooperative rechnet deutschlandweit mit 50.000 bis 60.000 Teilnehmern.

 

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