Mi., 04.04.2018

Kaum mehr Umsätze – Finke verliert Möbelhäuser unter Druck

Rutschte zurück auf das Niveau des Jahres 2015: Möbel Finke aus Paderborn.

Rutschte zurück auf das Niveau des Jahres 2015: Möbel Finke aus Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Von Edgar Fels

Bielefeld/Paderborn (WB). Die Umsätze der Top 30 im deutschen Möbelhandel haben 2017 mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 22,3 Milliarden Euro weniger als in den Vorjahren zugelegt. 2016 betrug das Plus noch 3,6 Prozent. Möbel Finke (Paderborn) büßte sogar zehn Prozent Umsatz ein.

Das geht aus dem neusten Ranking der 30 größten Möbelhäuser in Deutschland mit Ikea an der Spitze hervor, das die Fachzeitschrift »Möbelkultur« gestern veröffentlichte, zum Teil mit geschätzten Werten.

Zum einen schwäche sich das Wachstum deutlich ab, schreibt das Fachblatt, »zum anderen ist das Plus allein auf zusätzliche Standorte zurückzuführen.« In den vergangenen Jahren hätten insbesondere die Filialisten ihr Terrain enorm ausweiten können.

Übernahmen und Neueröffnungen seien an der Tagesordnung gewesen. Dank massiver Rabattaktionen und regelmäßiger Prospekte sei das Geschäft zusätzlich beflügelt worden. Im 20-Jahres-Vergleich hätten die Top 20, zu denen auch Porta Möbel (Porta Westfalica) auf Platz 7 und Finke (Paderborn) auf Platz 15 gehören, ihren Umsatz um 117 Prozent gesteigert – mehr als verdoppelt.

Branche verliert ihren Optimismus nicht

Ist das vergleichsweise magere Umsatzplus von 1,6 Prozent der Top 30 im Jahr 2017 das Zeichen einer Trendumkehr? Immerhin, so das Blatt, sei dieser Zuwachs höher als das Plus von 0,5 Prozent, das der Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) vermeldete. Zudem verliere die Branche ihren Optimismus nicht. 64 Prozent gingen 2018 von steigenden Umsätzen aus, 36 Prozent glauben an ein stabiles Niveau. Mit sinkenden Erlösen rechne offiziell niemand.

Nicht gut lief das Jahr offenbar für Finke. Die Paderborner erlösten 2017 etwa 300 Millionen Euro, das sind 30 Millionen oder knapp zehn Prozent weniger als 2016, erfuhr die »Möbelkultur«. Damit rutschte Finke auf das Niveau des Jahres 2015. Porta-Möbel hielt den Umsatz bei 1,35 Milliarden Euro offenbar stabil.

Die Top 15 der Möbelhäuser

Unternehmen Umsatz*
1. Ikea 4867 Mio. Euro
2. XXXLutz 2210 Mio. Euro
3. Höffner 2009 Mio. Euro
4. Otto Group 1700 Mio. Euro
5. Roller 1620 Mio. Euro
6. Poco 1542 Mio. Euro
7. Porta 1350 Mio. Euro
8. Segmüller 1100 Mio. Euro
9. Dänisches Bettenlager 1047 Mio. Euro
10. Amazon.de 580 Mio. Euro
11. Möbel Martin 380 Mio. Euro
12. Hardeck 350 Mio. Euro
13. Schaffrath 344 Mio. Euro
14. Ostermann 340 Mio. Euro
15. Finke 300 Mio. Euro

* Geschäftsjahr 2016/17 bzw. 2017,
Quelle: möbelkultur

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