Berufungsprozess vor dem Landgericht Bielefeld
Kehrtwende im Prügel-Prozess: Polizist räumt Vorwürfe ein

Herford/Bielefeld (WB/mor). Überraschung im sogennanten Prügel-Prozess: Der 41-jährige Polizist aus Herford hat am Montagmorgen  im Berufungsprozess vor dem Landgericht Bielefeld gestanden.

Montag, 07.05.2018, 12:28 Uhr aktualisiert: 07.05.2018, 19:01 Uhr
Die Kamera im Streifenwagen zeichnete auf, wie der 39-jährige Polizeikommissar den Autofahrer angriff. Foto:
Die Kamera im Streifenwagen zeichnete auf, wie der 39-jährige Polizeikommissar den Autofahrer angriff.

 Der Polizist soll vor mehr als zwei Jahren einen Fahrer bei einer Verkehrkontrolle in Herford grundlos geschlagen und mit Pfefferspray attackiert haben.

Er räumte die Vorwürfe aus dem erstinstanzlichen Urteil des Amtsgerichts Herford in vollem Umfang ein. Wie berichtet hatte ihn die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Verfolgung Unschuldiger im Amt angeklagt. Der Polizist hatte zudem versucht, seine Tat zu vertuschen. Erst ein Video brachte die Geschehnisse zutage.

 Im ersten Prozess hatte er noch sein Handeln gerechtfertigt. An diesem Montag dann die Kehrtwende: »In der Nachschau ist mir klar geworden, dass ich Fehler gemacht habe. Mein Verhalten war unprofessionell und tut mir sehr leid. Damals hielt ich mein Verhalten allerdings für angemessen, obwohl es objektiv falsch war.«

Dr. detlev Binder, Verteidiger des Nebenklägers, nannte dieses Geständnis eine Frechheit. »Sie räumen erst ein, um dann wieder zu relativieren. Sagen Sie doch einfach ›Ich habe Mist gebaut‹ und stehen Sie dazu.«

Schon am Montag kann ein Urteil gegen den Beamten fallen.

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