Do., 10.05.2018

Demo der »Rechten« für Ursula Haverbeck und Gegendemonstration im Süden von Bielefeld – Auseinandersetzung am Bahnhof Brackwede Großaufgebot der Polizei bei Kundgebungen

»Die Rechte« protestiert gegen die Verhaftung von Ursula Haverbeck.

»Die Rechte« protestiert gegen die Verhaftung von Ursula Haverbeck. Foto: WB

Bielefeld (WB/sas/sba/dpa). Im Bielefelder Süden demonstriert am Donnerstag die Partie »Die Rechte« unter dem Motto »Freiheit für Ursula Haverbeck«. Parallel läuft eine Gegenveranstaltung des Bielefelder »Bündnis gegen Rechts«.

 »Die Rechte« protestiert gegen die Verhaftung der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck , die am Dienstag ihre Haft in der Justizvollzugsanstalt in Ummeln antreten musste und mittlerweile in den geschlossenen Vollzug der JVA Brackwede verlegt worden ist.

 Zu Beginn haben sich etwa 120 Rechte seit Donnerstagmittag in der Nähe des Queller Bahnhofs versammelt , von wo sie ihre Kundgebung starten. Binnen einer Stunde ist die Zahl der Teilnehmer auf 350 gewachsen. Etwa 300 Meter entfernt gruppierten sich Demonstranten vom »Bündnis gegen Rechts«. 600 Menschen seien dem Aufruf des Bielefelder Bündnisses gegen Rechts zu einer Gegendemo gefolgt, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag.

Beide Gruppen werden von der Polizei - darunter Hundertschaften aus Bielefeld, Recklinghausen, Duisburg, Düsseldorf, Wuppertal und Dortmund - getrennt und auf zwei Routen zur JVA an der Umlostraße geführt. Auch eine Reiterstaffel aus Bochum mit zwölf Pferden ist im Einsatz.

Vor der JVA stehen sich die beiden Gruppen seit 16 Uhr gegenüber. 250 Meter liegen zwischen ihnen - sie haben sich in Sicht- und auch Hörweite positioniert. Zu den Rednern der Rechten gehören unter anderem Bernhard Schaub, Nikolai Nerling oder Sven Skoda. Unter die Demsontranten des Bündnisses gegen Rechts haben sich auch Anhänger der Sonneborn-Partei »Die Partei« gemischt. Bislang sind die Protestzüge friedlich geblieben.

Seit 16.30 Uhr lösen sich die Protestzüge langsam auf. Die Polizei ist darum bemüht, die Gruppen auch auf dem Rückweg getrennt voneinander zu halten.

Auseinandersetzung mit linker Szene

Eine Auseinandersetzung mit etwa 120 Mitgliedern der linken Szene gab es zuvor gegen Mittag am Brackweder Bahnhof. Weil die Polizei einigen Personen untersagt hat, das Gesicht zu vermummem, kam es zur Auseinandersetzung, in deren Folge zwei Polizisten leicht verletzt wurden. Zwei der Demonstranten wurden festgenommen. Weitere Personalien wurden festgestellt. Bei den Kontrollen fand die Polizei diverse gefährliche Gegenstände, darunter Pfefferspray, Schutzbewaffnung, Hiebwaffen, Pyrotechnik und Vermummungsmaterial. Diese Gegenstände wurden sichergestellt.

Insgesamt wurden im Zusammenhang mit den Maßnahmen am Bahnhof Brackwede vier Personen in Gewahrsam genommen, die nach Identitätsfeststellung und der Erstattung von zwei Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Polizeibeamte allesamt entlassen wurden. Das teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Im Zusammenhang mit den Versammlungen kam es nicht zu polizeilichen Maßnahmen.

Im Kurznachrichtendienst Twitter warfen zahlreiche Teilnehmer der Polizei vor, die Anreise der Gegendemonstranten zu behindern.

Am späten Mittag sammelten sich etwa 160 Personen aus der linken Szene am Freizeitbad Ishara am Bielefelder Hauptbahnhof. Diese Gruppe verhielt sich friedlich. Die Personen fuhren weiter in Richtung der Kundgebungen im Bielefelder Süden.

Gegendemonstranten am Bahnhof in Quelle.

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