So., 13.05.2018

Stiftung Solidarität verleiht Regine-Hildebrandt-Preis Mit Gefühl für Menschen

Preisverleihung in der Altstädter Nicolaikirche mit (von links) Franz Schaible (Vorsitzender Stiftung Solidarität), Bürgermeisterin Karin Schrader, Dunja Hayali, Günter Garbrecht (Stiftung Solidarität), Eva Kese (Tellerrand), Cemalettin Özer und Hameed Khasawnih.

Preisverleihung in der Altstädter Nicolaikirche mit (von links) Franz Schaible (Vorsitzender Stiftung Solidarität), Bürgermeisterin Karin Schrader, Dunja Hayali, Günter Garbrecht (Stiftung Solidarität), Eva Kese (Tellerrand), Cemalettin Özer und Hameed Khasawnih. Foto: Bernhard Pierel

Von Sabine Schulze

Bielefeld (WB). »Solidarität ist das Grundprinzip menschlichen Zusammenlebens... Toleranz, Zivilcourage und ein streitbarer Journalismus sind notwendige Bedingungen dafür.« Genau dies verkörpere Dunja Hayali als Mensch und Journalistin, meint die Bielefelder Stiftung Solidarität. Deswegen hat sie Hayali Freitag in der Altstädter Nicolaikirche mit dem Regine-Hildebrandt-Preis ausgezeichnet.

Der Preis wird seit 1997 vergeben und ist nach der SPD-Politikerin Hildebrandt (1941-2001), die auch erste Preisträgerin war, benannt. Er würdigt soziales Engagement Einzelner und beispielhafte Projekte gegen Arbeitslosigkeit und Armut. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, die Einrichtungen nach Wahl der Preisträger zugute kommen. Zur Preisverleihung war auch Ehemann Jörg Hildebrandt angereist.

Hayali war gestern nicht die einzige Preisträgerin: Ausgezeichnet wurden in der von Brigitte Büscher moderierten Veranstaltung auch der Verein »Über den Tellerrand« und »Mozaik«. »Über den Tellerrand« wurde 2013 in Berlin gegründet und hat mittlerweile in 30 Städten Satelliten – auch in Bielefeld. Der Verein setzt sich für ein Miteinander mit Flüchtlingen ein. Und einfach seien gemeinsame Erfahrungen, meint Mitgründer Hameed Khasawnih, beim gemeinsamen Kochen und Essen. Das begann mit Campingkochern auf dem Oranienplatz und führte zu einem Paten-Programm. Gekocht wird aber noch immer. »Die besten Gespräche finden schließlich in der Küche statt«, meinte Büscher. Mit dem Preisgeld will der Verein sein Satellitennetzwerk stärken.

Dunja Hayali sprach Projekten ihren Respekt aus

Mozaik mit Sitz in Bielefeld wurde 2003 als gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote durch Akademiker mit Einwanderungsgeschichte gegründet. Geschäftsführender Gesellschafter ist der Elektroingenieur Cemalettin Özer. »Heute bin ich Sozialingenieur: Ich suche ingenieurmäßige Lösungen für soziale Probleme.« Sein Ziel: Migranten zu Bildungsmanagern für Migranten auszubilden. »Eine Art Hilfe zur Selbsthilfe.« Özer will einen Teil seines Preisgeldes für ein Sommerfest nutzen und den anderen Teil der Bielefelder Tafel spenden.

Dunja Hayali sprach beiden ausgezeichneten Projekten ihren Respekt aus. Dass sie selber mit einem Preis bedacht wurde (ihr Preisgeld spendete die Besitzerin eines Golden Retrievers an einen Verein, der für Menschen mit Handicap Assistenzhunde ausbildet), fand sie erstaunlich: Ihre Haltung der Toleranz, des Hingehens und des Zuhörens fand die Fernsehmoderatorin selbstverständlich, gestand aber, dem ihrerseits gerade als Journalistin nicht immer zu begegnen. Meinungsfreiheit, mahnte sie, sei kein Alibi für Schläge unter die Gürtellinie. Auch Ehrenamt ist für die Tochter irakischer Eltern normal. »Man kann vom eigenen Glück abgeben und erfährt, dass genau das glücklich und zufrieden macht.«

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