Fr., 18.05.2018

Pfadfinder Royal Rangers bieten christliche Jugendarbeit der besonderen Art Unter freiem Himmel fürs Leben lernen

Von Kerstin Sewöster

Bielefeld-Sennestadt (WB). Ein paar Jungen spielen Ball, eine Gruppe sammelt Holz für ein Lagerfeuer, und an einem Baum warten Kinder darauf, dass sie die Krone erklimmen können. Die jungen Royal Rangers brauchen kein Mobiltelefon, um Spaß zu haben. Jeden Samstag treffen sich die Pfadfinder in Sennestadt.

Markus Wöstenfeld ist Leiter des RR-Stammes 421, den es seit 2009 gibt. Angefangen haben seine Frau und er, als ihre beiden Söhne im besten Pfadfinderalter waren. Heute ist ihr Ältester volljährig und engagiert sich selbst in der Betreuung. »Das ist das Idealziel: Wenn Jugendliche für sich und andere Verantwortung übernehmen«, betont Markus Wöstenfeld.

Drei RR-Stämme sind in Bielefeld aktiv; bundesweit sind es mehr als 21.000 Mitglieder in 412 Stämmen. »Das Royal im Namen steht für den König im Himmel. Wir sind christliche Pfadfinder«, erklärt Wöstenfeld. Wobei sich die Ranger als überkonfessionell verstehen. So tragen auch in Sennestadt Kinder die Kluft – so wird die einheitliche Oberbekleidung genannt –, die nicht christlichen Glaubens sind. Allerdings: »Wir reden offen über unseren Glauben. Ich will hier niemanden bekehren, aber ich will mein Zeugnis leben«, betont Wöstenfeld.

Andachten und Gespräche über Gott gehören zum Alltag der Royal Rangers, deren Symbol drei übereinander gelegte Sterne sind. Die blauen Zacken stehen für den Ehrenkodex, nach dem ein Royal Ranger wachsam, rein, ehrlich, tapfer, treu, höflich, gehorsam und geistlich sein soll. Die roten Zacken symbolisieren die vier Grundwahrheiten der biblischen Gemeinde: den Glauben an den Tod, die Auferstehung und die Wiederkunft Jesu Christi und an den Heiligen Geist. Die goldenen Zacken schließlich beschreiben die »vier Wachstumsbereiche körperlich, geistig, geistlich, gesellschaftlich« und sollen zum Ausdruck bringen, dass der junge Mensch in seiner ganzheitlichen Entwicklung gefördert und gestärkt werden soll.

Aus den anfangs 25 Mitgliedern des Stammes 421 sind mittlerweile mehr als 80 geworden. Jeden Samstag treffen sie sich auf einer großen Wiese mit altem Baumbestand. Nach Begrüßung und Andacht geht es in die Teams. Sie sind nach Alter gestaffelt: Starter (6 bis 8 Jahre), Kundschafter (9 bis 11 Jahre), Pfadfinder (12 bis 14 Jahre) und danach die Pfadranger. Jedes Team hat seinen eigenen Platz (Biwak), den es mit Holzpfählen und Jurtenplanen gestalten kann. Bei Regen bietet er Schutz, eine feste Hütte gibt es auf dem Gelände nur für das Material. In der Wintersaison, sie beginnt mit dem Eckardtsheimer Weihnachtsmarkt, finden die Treffen im Christlichen Zentrum statt.

Wie selbstverständlich bringen schon Neunjährige Lagerfeuer zum Brennen. Sie befestigen sicher die einzelnen Planen zu winddichten Jurten und verbinden Holzstämme mit Pfadfinderknoten zu kletterfesten Gebilden. Verwendet werde nur Werkzeug, das keinen Strom brauche, betont Wöstenfeld. So lernen die Mädchen und Jungen Fertigkeiten, die sie auch bei ihren Hajks (Wanderungen) und Camps gut gebrauchen können. »Die Gemeinschaft ist cool, und wir machen alles draußen«, bringt Kathleen (11) auf den Punkt, was ihr seit drei Jahren bei den Royal Rangers gefällt. Und Rahul (12) findet Andachten und Spiele gleichermaßen spannend.

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