Bewerbungsphase beginnt – fünf Krankenhäuser kündigen Teilnahme an
Startschuss auf dem Weg zur Universitätsklinik OWL

Bielefeld (WB). Dass die Uni Bielefeld eine Medizinfakultät bekommt, hat die Landesregierung entschieden. Eine eigene Uni-Klinik ist aber zu teuer. Wo werden also die angehenden Ärzte praktisch ausgebildet? Seit Donnerstag können sich Krankenhäuser bewerben.

Freitag, 15.06.2018, 05:00 Uhr
Uni-Rektor Gerhard Sagerer (links), Dr. Frank Lohkamp als Aufbaukoordinator der Medizin-Fakultät und die Gründungsbeauftragte, Professorin Dr. Claudia Hornberg, erläuterten gestern das Bewerbungsverfahren auf dem Weg zur Uni-Klinik OWL. Foto: Oliver Schwabe
Uni-Rektor Gerhard Sagerer (links), Dr. Frank Lohkamp als Aufbaukoordinator der Medizin-Fakultät und die Gründungsbeauftragte, Professorin Dr. Claudia Hornberg, erläuterten gestern das Bewerbungsverfahren auf dem Weg zur Uni-Klinik OWL. Foto: Oliver Schwabe

Mehrere Träger werden gemeinsam das Universitätsklinikum OWL bilden, das auch für die Forschung zuständig ist. In mindestens zwei Runden werden die Kooperationspartner für den Klinikverbund ausgewählt. Im gestern gestarteten ersten Bewerbungsverfahren werden zunächst drei Kooperationspartner ausgesucht, die das Fächerspektrum für angehende Ärzte anbieten können und bereits in der klinischen Forschung aktiv sind. Dafür kommen nur große Häuser in Frage.

Laut einer Umfrage des WESTFALEN-BLATTs werden sich das Städtische Klinikum Bielefeld, das Evangelische Krankenhaus Bethel (EvKB) sowie das Franziskus-Hospital Bielefeld bewerben, ebenso das St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn und das Klinikum Lippe, die in Sachen Uni-Klinik OWL eine strategische Partnerschaft eingegangen sind. Das Klinikum Gütersloh überlegt noch, will sich aber in jedem Fall bei der praxisnahen Ausbildung von Hausärzten einbringen, heißt es aus der Geschäftsführung.

Kein Träger darf zwei Uni-Klinik-Verbünden angehören

»Wir wollen ein absolut transparentes Auswahlverfahren«, betont der Bielefelder Uni-Rektor Dr. Gerhard Sagerer. Kriterien sind die Forschungstätigkeit (Anzahl der Publikationen aus dem jeweiligen Haus), die Anzahl der forschenden und publizierenden Chefärzte sowie die Breite des Fächerspektrums. Mit den drei bestplatzierten Häusern in einem nach strengen Vorgaben erstellten Ranking wolle man in Verhandlungen treten und Anfang 2019 Kooperationen vereinbaren.

Die Mühlenkreiskliniken und das Klinikum Herford, die bereits seit dem Wintersemester 2016 Ärzte am Medizin Campus OWL in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum ausbilden, können sich derzeit nicht bewerben. »Kein Träger darf zwei Uni-Klinik-Verbünden angehören«, erläutert Sagerer. Gleiches gilt für das Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen, ebenfalls Partner der Ruhr-Uni Bochum.

Im September wird die Uni ein Konzept vorlegen

In einer zweiten Bewerbungsphase, die vor dem Start der Bielefelder Medizinfakultät zum Wintersemester 2021 beendet sein soll, werden weitere Kliniken zur Erweiterung des Fächer- und Forschungsspektrums gesucht. Schließlich geht die Uni im Endausbau von bis zu 300 Studienanfängern pro Jahr aus, da braucht es erhebliche Kapazitäten. Bei dieser Auswahl dürften auch kleinere Häuser zum Zuge kommen. Weitere Kooperationen zur Vertiefung des Forschungs- und Lehrprofils sollen dann nach Start der Medizin-Uni hinzukommen. »Das ist ein offener Prozess So können wir auch nachträglich herausragende ›Leuchttürme‹ integrieren«, sagt die Gründungsbeauftragte, Professorin Dr. Claudia Hornberg.

Im September wird die Uni dem Wissenschaftsrat ein Konzept für die Medizinfakultät vorlegen. Das letzte Wort hat dann die Landesregierung. Bis zur Fertigstellung eines eigenen Gebäudes wird das Innovationszentrum an der Bielefelder Morgenbreede das erste Zuhause der Fakultät. Mit 100 Studenten wolle man 2021 an den Start gehen.

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