Kundgebung in der Bielefelder Innenstadt
1100 demonstrieren gegen das neue Polizeigesetz

Bielefeld (WB). Etwa 1100 Teilnehmer haben am Samstag in der Bielefelder Innenstadt gegen das neue Polizeigesetz demonstriert. Sie sehen in der Verschärfung des Gesetztes einen Angriff auf Freiheit und Grundrechte.

Samstag, 30.06.2018, 14:58 Uhr aktualisiert: 02.07.2018, 10:56 Uhr
Knapp 400 Teilnehmer haben am Samstag in Bielefeld gegen das neue Polizeigesetz demonstriert. Sie sehen in der Verschärfung des Gesetztes einen Angriff auf Freiheit und Grundrechte. Foto: Mike-Dennis Müller
Knapp 400 Teilnehmer haben am Samstag in Bielefeld gegen das neue Polizeigesetz demonstriert. Sie sehen in der Verschärfung des Gesetztes einen Angriff auf Freiheit und Grundrechte. Foto: Mike-Dennis Müller

Zur Demonstration aufgerufen hatte das Bündnis »Nein! Zum neuen Polizeigesetz in NRW« , das etwa den Jusos aus Bielefeld, dem DGB Kreisverband Herford, dem Bielefelder Verein Digitalcourage, der Antifa AG der Uni Bielefeld sowie Attac Bielefeld, Herford, Lippe und Paderborn unterstützt wird.

Die Teilnehmer der Kundgebung kritisierten, dass durch das neue Gesetz die Unschuldsvermutung nicht mehr gelte. Eine Verschärfung sei gar nicht nötig, so die Demonstranten. Terroranschläge hätten in der Vergangenheit verhindert werden können, wenn die zuständigen Behörden ihren Job gemacht hätten.

Mehr Befugnisse

Das Gesetz erweitert die Befugnisse der Polizei bereits bei drohender Gefahr. Es sieht unter anderem die Einführung der Quellen-Telekommunikationsüberwachung von Messengerdiensten wie WhatsApp oder Internettelefonie über Skype vor.

Zudem soll die Polizei künftig Menschen, von denen eine Gefahr ausgeht, statt 48 Stunden bis zu einen Monat vorsorglich in Gewahrsam nehmen können. Überdies soll die Videoüberwachung ausgeweitet werden. Der Gesetzentwurf wurde bereits Ende April in einer ersten Lesung im Düsseldorfer Landtag beraten. Wann das Gesetz zur zweiten Lesung und mutmaßlichen Entscheidung im Landtag vorliegt, ist noch unklar.

Friedlicher Verlauf

Zu Beginn nahmen laut Polizei etwa 400 Teilnehmer an der Auftaktkundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz teil. Anschließend ging der Aufzug über die Bahnhofstraße zum Jahnplatz. Bei einer Zwischenkundgebung wuchs die Teilnehmerzahl hier auf etwa 1100 Teilnehmer an. Danach wurde der Aufzug über die Friedrich-Verleger-Straße bis zum Kesselbrink fortgesetzt.

Die Versammlung verlief aus Sicht der Polizei insgesamt friedlich. Es kam zu leichten Beeinträchtigungen des Verkehrs in der Innenstadt. In der Versammlung befanden sich Teilnehmer, die Fahnen mit Symbolen mit PKK Bezug mitführten. Es wurden sechs Fahnen sichergestellt. Der Staatsschutz hat ein Prüfverfahren eingeleitet.

 

Kommentare

Werner  schrieb: 01.07.2018 10:08
bestimmt 100tausend
an anderer Stelle ist von 400 Teilnehmern die Rede und von weiteren 100 einer anderen Demo... alle am HbF mitgezählt, die eh Bahn fahren wollten oder was?
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5863374?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Haverbeck soll erneut in Haft
Notorische Leugnerin des Massenmords an den Juden: Ursula Haverbeck.
Nachrichten-Ticker