Corinna Huber baut Rolli-Fahrhilfen aus alten Legosteinen
Die Rampen-Königin

Bielefeld (WB). Wer gerne im Rampenlicht steht, mutiert zur Rampensau. Corinna Huber ist auf bestem Wege, Rampen-Königin von Bielefeld zu werden. Die Rollstuhlfahrerin aus Bielefeld macht mit einer aufsehenerregenden Idee von sich reden: Sie baut Rampen aus gebrauchten und ausrangierten Legosteinen.

Freitag, 06.07.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2018, 15:18 Uhr
Die erste, von Corinna Huber gebaute Rollstuhl-Rampe aus alten Legosteinen liegt vor dem Geschäft »Wein etc« in der Hagenbruchstraße aus. Marcel Eggers hilft beim Hochfahren. Huber bittet um Lego-Spenden für weitere Rampen. Foto: Mike-Dennis Müller
Die erste, von Corinna Huber gebaute Rollstuhl-Rampe aus alten Legosteinen liegt vor dem Geschäft »Wein etc« in der Hagenbruchstraße aus. Marcel Eggers hilft beim Hochfahren. Huber bittet um Lego-Spenden für weitere Rampen. Foto: Mike-Dennis Müller

»Eine einzige Stufe kann für uns Rolli-Fahrer zu einem unüberwindlichen Hindernis werden«, sagt die 48-Jährige, die aufgrund einer schweren Erkrankung seit sieben Jahren im Rollstuhl sitzt. Als sie auf Facebook einen Bericht entdeckte, wie in Köln und Berlin Rampen aus alten Legosteinen Rollifahrern das Leben erleichtern, war sie Feuer und Flamme.

Zunächst baute sie eine kleine Test-Rampe. »Die hat bombig gehalten, obwohl ich die Steine noch nicht einmal verklebt hatte«, erzählt sie. Danach begann die Suche nach Mitstreitern, Lego-Sponsoren und Geschäften, die bereit sind, eine Rampe aus Legosteinen vor ihrem Eingang auszulegen. Die Weinhandlung »Wein etc« in der Hagenbruchstraße ist das erste Ladenlokal in der Altstadt, das solch eine Rampe besitzt. Weitere Geschäfte sollen folgen. Aber auch Restaurants und Privatleute erhalten bei Bedarf kostenlos eine von Corinna Huber gebaute Lego-Rampe.

Für zwei Fahrstreifen 800 Legosteine

Für zwei Fahrstreifen benötigt sie 800 Legosteine und etwa sechs Stunden Bauzeit. Die Steine werden mit einem Spezialkleber verklebt. Rutschfestigkeit wird durch eine Gummiunterlage aus alten Automatten garantiert. »Das funktioniert super. Die Rampen sind stabil und gut befahrbar, sie sehen gut aus und sind aus 100 Prozent Recyclingmaterial«, sagt die Rampen-Produzentin. Geld verdienen sie und ihre Team damit nicht. »Ich war so lange krank und möchte einfach etwas zurückgeben«, erklärt sie.

Indes werden weitere ausgediente Legosteine benötigt, um das Projekt fortsetzen zu können. Bielefelder, die alte Legosteine abgeben möchten, können dies bei speziell eingerichteten Sammelstellen (Busch-Apotheken, Jalapeno Mexican Food, Druckerei Tiemann in Brake, Nahkauf Vilsendorf) tun.

»Des Weiteren suchen wir einen Raum, der uns kostenlos zur Verfügung gestellt werden kann, wo wir die Rampen bauen können. Denn auf Dauer kann ich das in meiner Wohnung nicht leisten«, bittet Corinna Huber um Mithilfe. Kontakt unter E-Mail legofuerbielefeld@web.de

Kommentare

Volker Heetmann  schrieb: 06.07.2018 13:42
Legorampen für Bielefeld
Lego kann auch bei BAC Stadtheider Straße 54 abgegeben werden wir leiten das dann weiter
1 Kommentare
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