Sa., 04.08.2018

Zuletzt Tier in der Senne fotografiert Wolf auf Stippvisite in NRW: Bislang acht Nachweise in diesem Jahr

Heimisch geworden sind Wölfe in Nordrhein-Westfalen noch nicht. Aber über die Jahre hat sich die Zahl der durchstreifenden Tiere wohl erhöht.

Heimisch geworden sind Wölfe in Nordrhein-Westfalen noch nicht. Aber über die Jahre hat sich die Zahl der durchstreifenden Tiere wohl erhöht. Foto: dpa

Düsseldorf (dpa). Wölfe wurden bislang achtmal in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen nachweislich registriert. Zuletzt war im Juli ein Tier auf dem Truppenübungsplatz Senne zwischen Bielefeld und Paderborn fotografiert worden, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz mit.

In sechs Fällen waren Fotos der Beleg. Zwei Nachweise gab es durch genetische Fingerabdrucke, nachdem Nutztiere getötet worden waren. Die Nachweise stammen oft von Autofahrern oder Landwirten, die auf die etwa hundegroßen Tiere aufmerksam werden und geistesgegenwärtig Fotos oder Filme machen.

Nach Einschätzung der Experten lassen die Nachweise auf bislang fünf oder sechs Wölfe schließen, die sich in diesem Jahr zeitweilig in NRW aufhielten. »Bisher gibt es keinen Nachweis für einen dauerhaften Aufenthalt«, sagte eine Sprecherin des Naturschutzbundes NABU.

Insgesamt 37 Nachweise seit 2009

Die Experten gehen aber davon aus, dass sich die Zahl der Wölfe, die zeitweise in NRW unterwegs waren, erhöht hat: Im ganzen Jahr 2015 war nur es wohl nur ein Tier - es war mit Hilfe einer Fotofalle gesichtet worden. 2016 dann gingen die Fachleute von zwei bis drei Exemplaren und 2017 schon von vier einzelnen Wölfen aus.

»Eine Besonderheit in diesem Jahr waren die recht späten Nachweise im Juni und Juli«, erklärte das Landesumweltamt. In den vergangenen Jahren wurden die unter Artenschutz stehenden Beutegreifer meist nur zwischen Jahreswende und Ende Mai gesichtet. Insgesamt gibt es 37 Wolfsnachweise in NRW seit 2009.

Viele hundert Kilometer unterwegs

Viele Wölfe, die auf Stippvisite kamen und deren Herkunft bestimmt werden konnte, stammten überraschenderweise nicht von Rudeln aus dem benachbarten Niedersachsen. Sondern die Tiere waren viele hundert Kilometer aus Cuxhaven von der Nordsee, aus Sachsen-Anhalt oder aus Mecklenburg-Vorpommern gewandert.

Ein Beleg ist der Fall der mit einem Sender ausgestatteten Wölfin Naya aus einem Rudel in Mecklenburg-Vorpommern. Die Fähe war Ende 2017 quer durch das nördliche NRW gewandert. In der Nähe der Dingdener Heide überquerte sie den Rhein. »Die Wölfin hat in Wesel die Brücke genutzt«, sagte Birgit Königs, NABU-Sprecherin in NRW. Derzeit hält sich die Fähe laut Landesumweltamt auf einem Truppenübungsplatz östlich von Brüssel auf - allein und 700 Kilometer vom Rudel entfernt.

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