Roman- und Krimiautorin Monika Detering blickt auf ein beachtliches Oeuvre zurück
Die Leichtigkeit der Schwere

Bielefeld (WB). Wer für den Urlaub noch gut lesbare Romane mit Spannung und Anspruch sucht, wird bei Monika Detering fündig. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre, in denen die Bielefelderin sich aufs Schreiben verlegt hat, ist ein beachtliches Oeuvre herangewachsen, das von der Kreativität und Vielseitigkeit der Autorin zeugt.

Dienstag, 07.08.2018, 00:01 Uhr aktualisiert: 07.08.2018, 16:06 Uhr
Vielschreiberin Monika Detering gehen die Ideen nicht aus. Ihre Romane versprechen Unterhaltung mit Tiefgang. Foto: Mike-Dennis Müller
Vielschreiberin Monika Detering gehen die Ideen nicht aus. Ihre Romane versprechen Unterhaltung mit Tiefgang. Foto: Mike-Dennis Müller

Liebe, Humor, Spannung, historische und gesellschaftskritische Themen – all dies findet sich in den verschiedenen Buchreihen der 1942 geborenen Bielefelderin wieder. Ihr aktueller Roman »Der Sommer des Raben« entführt den Leser ins Milieu der Puppenbauer und -sammler. Protagonistin Siri ist Agentin für Puppenexponate. Nach dem Tod ihres Freundes Felix möchte sie ihm posthum einen Wunsch erfüllten und die Rabenmarionette Havran finden, die offenbar aus der weltberühmten Prager Marionettenwerkstatt Spejbl und Hurvínek stammt. Die Spuren des Raben führen bis in die 1930er Jahre und die düstere Nazi-Vergangenheit hinein.

Detering wartet hier nicht nur mit einer spannenden Geschichte, sondern auch mit Insiderwissen auf, das sie als ehemalige Puppenbauerin mitbringt. Viele Jahre war sie auf diesem Gebiet erfolgreich tätig, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Ihre Tätigkeit als Puppenkünstlerin mit zahlreichen Ausstellungen in Galerien führte sie unter anderem nach Washington, Philadelphia und New York. »Die Tochter von Elvis Presley war meine Kundin, und einmal sollte ich die Tochter von Bill und Hillary Clinton als Puppe nachbilden. Aber da habe ich gekniffen«, erzählt Monika Detering aus ihrem vormaligen Berufsleben.

Leichtere Ostsee-Romane

Aus ihrem Erfahrungsschatz konnte sie auch in einem der Kommissar-Weinbrenner-Krimis schöpfen und zwar in der Folge »Puppenmann«. Die Krimireihe spielt in Bielefeld.

In Mülheim an der Ruhr ist eine Krimireihe verortet, an der Detering mit ihrem Schriftstellerkollegen Horst-Dieter Radke arbeitet. Die Folgen rund um Kriminalinspektor Alfred Poggel sind in den 1950er Jahren angesiedelt. Detering kennt die Eigenarten der Zeit und der Leute: »Ich hatte dort ein paar Tanten, die ich als Kind, Jugendliche und junge Erwachsene oft besucht habe.« Die Reihe enthält bislang sieben Kriminalromane und kommt auch außerhalb des Kohlenpotts gut an.

Als Gegenpol gibt es eine Reihe von leichteren Ostsee-Romanen. »Ein Meer zum verlieben« spielt auf Rügen, »Eine Insel für immer« ist auf Hiddensee angesiedelt.

Aktuell arbeitet die Autorin an »Nacht, Gier und Haie«, einem Krimi, der in Stralsund spielt und mit Immobiliengeschäften ein aktuelles Thema aufgreift: Die Verdrängung alter Menschen aus ihren bezahlbaren Wohnungen und deren Umwandlung ist kostspielige Anlageobjekte. »Ich habe im Internet dazu recherchiert und möchte mit diesem Krimi auf einen Missstand aufmerksam machen«, sagt Monika Detering.

Ideen gehen nie aus

In ernster Heiterkeit oder heiterer Ernsthaftigkeit befasst sie sich in ihrem jüngst erschienen Roman »Ich bin Hermann« ebenfalls mit dem Leben im Alter. Der 79-jährige Protagonist zieht nach dem Tod seiner Frau in eine Männer-WG, in der Frauen unerwünscht sind. Das geht so lange gut, bis eines Tages die zauberhafte Lila auf ihrem Trecker daher getuckert kommt ... Immer wieder gelingt es ihr, tragische Geschichten mit Komik zu verbinden und so vermeintlich schwere Themen leicht zugänglich zu machen.

Die Ideen, sagt sie, gingen ihr nie aus. »Und wenn mich etwas anspringt, dann muss ich es auch umsetzen.«

Jüngst hat Monika Detering auch das Hörspiel für sich entdeckt. Aus dem Roman »Hermann« entsteht gerade ein Miniserie fürs Radio. »Ich bin gespannt, wie das ankommt. Es ist jedenfalls eine tolle Erweiterung für mich mit Blick auf das kommerzielle Schreiben«, erklärt die Autorin, die vor ihrem belletristischen Schreiben eine Weile auch als freie Journalistin tätig war. »Dabei habe ich gelernt, sachlich zu schreiben, gut zu recherchieren und genau zu beobachten. Das ist letztendlich auch bei fiktionalen Romanen wichtig«, sagt Detering, die sich in Schreibseminaren an der Universität Bielefeld weiterbildete und heute zu den vielseitigsten Autorinnen Bielefelds gehört.

 

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