Sa., 11.08.2018

Unternehmen Umeta: Nach Großfeuer soll Handarbeit die Endmontage überbrücken »Wir benötigen bis zu 200 Leihkräfte«

Außer Betrieb: Frank Maser in der Endmontage. Im Dach der Halle klaffen nach dem Feuer große Löcher.

Außer Betrieb: Frank Maser in der Endmontage. Im Dach der Halle klaffen nach dem Feuer große Löcher. Foto: Bernhard Pierel

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Das Unternehmen Umeta arbeitet mit Hochdruck daran, nach dem Brand vor einer Woche keinerlei Lücken in der weltweiten Lieferkette zu riskieren. Wo Maschinen still stehen, ist Handarbeit gefordert. Geschäftsführer Frank Maser braucht bis zu 200 Hilfskräfte.

Umeta ist Weltmarktführer in Sachen Schmiernippel. Auf dem Firmengelände an der Almestraße in Ummeln brummt es momentan. Nachdem Brandermittler und Versicherung die Brandstelle in der Produktionshalle frei gegeben haben, wird aufgeräumt. Dachdecker Rudi Peter kümmert sich um das riesige Loch im Dach. In der Halle mit ätzendem Brandgeruch sind Männer in weißen Ganzanzügen im Einsatz an mit Folie abgehängten Maschinen.

»Die trockene Witterung war eine große Erleichterung«, sagt Maser. Mit Folien hatte man abgedichtet, als am Donnerstag der Regen kam. Draußen ist ein Gerüst aufgestellt. Schlimmer als der Schaden am Gebäude, der ältesten Halle des Hightech-Unternehmens, wiegt die Zeitverzögerung durch die fällige Komplettsanierung der speziellen Maschinen für die Endmontage. Chemikalien, Rauch, Russ und Löschwasser haben Wirkung gezeigt an den von Umeta entwickelten und für die Ummelner Spezialisten mit Kunden weltweit von Airbus bis Audi gebauten Automaten.

Die Härterei ist betroffen, der Härteofen ist kalt. Maser spricht gerade mit Lohnhärtereien, während sich vor der Tür Paletten mit Rohlingen stapeln. Die Rohfertigung läuft wie gewohnt. Und Schmiernippel sind zwar ein Einzelteil, aber die Stückzahlen gehen in die Millionen, in jeder Woche in drei Schichten.

Zelt soll aufgebaut werden

Die Endmontage will Frank Maser mit 150 bis 200 Mitarbeitern auf Zeit überbrücken. Der Unternehmer bittet alle Zeitarbeitsfirmen, sich bei seiner Mitarbeiterin Mirjana Dvornicki zu melden, die sich um das Problem kümmert. Ein Zelt soll aufgebaut werden. Es geht, sagt Maser, aber nur mit Leihkräften, um die Sanierungszeit zu überbrücken. Festanstellungen könne es nicht geben.

Begeistert ist Umeta-Chef Maser auch weiterhin von der Leistung der Rettungskräfte und der Hilfe der Nachbarn des Unternehmens. Die Mitarbeiter helfen rund um die Uhr. Maser: »Sogar Unternehmer aus dem Süden haben Hilfe angeboten, einfach toll. Wir sind eine große Familie, das gibt mir Mut.«

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