Fr., 17.08.2018

Der Bielefelder Denis Kelle gestaltet auf Wunsch Häuser neu Aussagekräftige Kunst auf der Fassade

Denis Kelle (»einsyckARTig«) vor seinem jüngsten Projekt an der Stapenhorststraße. Es wird nicht das letzte bleiben...

Denis Kelle (»einsyckARTig«) vor seinem jüngsten Projekt an der Stapenhorststraße. Es wird nicht das letzte bleiben... Foto: Mike-Dennis Müller

Bielefeld (WB/sas). Ein Riesenkrake, der auf den Wellen schaukelt, Segelschiffe, Möwen und ein Leuchtturm: Das »Heimat + Hafen« an der Stapenhorststraße ist seit wenigen Tagen ein Hingucker. Verantwortlich zeichnet dafür Denis Kelle.

Idylle mit Sparrenburg, Wiesen und (teilweise kahlen) Bäumen an einem Haus in der Kurzen Straße. Foto: Mike-Dennis Müller

Vorbei die Zeiten, als Graffiti ausschließlich mit nächtlichen, illegalen Farbschmierereien verbunden wurden, für politische Statements genutzt wurden und die Polizei auf den Plan riefen: Mittlerweile gibt es eine etablierte Szene, die im Auftrag und natürlich gegen Gage Häuser, Unternehmen oder Schulen gestaltet. Der Bielefelder Denis Kelle ist einer von ihnen. Einige Tage hat er im Auftrag von Kneipier Walent-Tony Cerkez das »Heimat + Hafen« mit den passenden Motiven in vielen Schattierungen von Grau verschönert, einige Dutzend Farbdosen hat er dafür benötigt.

Kelle – einer der drei Organisatoren des Graffiti-Festivals, das heute beginnt – firmiert unter dem Namen »einsyckARTig« und hat in Bielefeld schon an vielen Orten, an und in Häusern und auf Wänden seine Spuren hinterlassen – am liebsten »in Groß«. Was er macht, ist durchaus Kunst – und doch nicht auf Dauer angelegt: Wind und Wetter setzen den Arbeiten im Freien zu.

Irgendwann werden sie dann wieder übertüncht oder übermalt. Manchmal aber ist der Wandel auch viel kurzfristiger angelegt und gewollt: Wie bei der Bielefelder Kneipe »Gegenüber«, deren Fassade (inklusive der Blumenkübel vor dem Haus) alle paar Monate neu gestaltet wird – zuletzt von Denis Kelle wie seine Signatur belegt. Manchmal lässt Kelle seiner Phantasie freien Lauf, manchmal soll seine Wandgestaltung auf den ersten Blick deutlich machen, worum es geht – wie etwa bei dem Fachgeschäft für Sicherheitstechnik, dessen Fassade ein Einbrecher und Schlüssel zieren.

Allemal: Wer mit offenen Augen durch Bielefeld geht, wird feststellen, dass die Stadt bunter wird und die Arbeiten mancher Graffitikünstler verlocken, stehen zu bleiben und sie sich in Ruhe anzuschauen.

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