Mi., 12.09.2018

Zweites Gerät wird wieder drei Monate lang ausprobiert Test läuft gut: Mobiler Blitzer soll dauerhaft eingesetzt werden

Michael Kräger (von rechts) schult Dora Beleik, Marcus Roscher, Anke Bohnemeyer und Guntram Bierschenk.

Michael Kräger (von rechts) schult Dora Beleik, Marcus Roscher, Anke Bohnemeyer und Guntram Bierschenk. Foto: Bernhard Pierel

Von Hans-Heinrich Sellmann

Bielefeld (WB). Ausprobiert wird auf Bielefelds Straßen in diesen Wochen nicht zu knapp. Parallel zum Jahnplatz-Verkehrsversuch testet die Stadt mobile Blitzer. Ab Donnerstag ist ein neues Gerät im Einsatz.

Wie bereits berichtet, wird der Traffi-Star von Jenoptik Robot, der in den vergangenen drei Monaten an zwölf Standorten Temposünder aufgenommen hat, von einem Konkurrenzmodell der Firma Vitronic abgelöst.

Schon zur Halbzeit des Tests ist Stefan Heiermann, Abteilungsleiter der Bußgeldstelle, von der grundsätzlichen Eignung einer mobilen Anlage überzeugt: »Wir haben das Gefühl, dass das Temponiveau gesenkt wird.«

Das hätten auch die Bewohner des Karl-Pawlowski-Hauses bestätigt. Als der erste Blitzer vor dem Altenheim an der Babenhauser Straße eingesetzt wurde, habe er zwar Schlagzeilen gemacht, weil 7000 Fotos aufgrund falscher Straßenbeschilderung vernichtet werden mussten. »Trotzdem hat er dazu geführt, dass das Bewusstsein für die Herabsetzung der Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 auf 30 Stundenkilometern geschärft wurde«, sagt Stefan Heiermann. Zahlen, die Heiermanns Gefühl belegen, kann er noch nicht vorweisen. »Wir brauchen noch etwa zwei Wochen, um Tempospitzen oder detaillierte Straßenbilanzen zu ermitteln.« Fest steht, dass der Traffi-Star in zwölf Wochen insgesamt 6850 Mal (regulär) geblitzt hat.

Abschließendes Urteil nach Ende des Tests

Auch Ordnungsdezernentin Anja Ritschel hat »große Sympathien, eines der Geräte anzuschaffen«. Die mobilen Blitzer seien unabhängig von Personal, könnten damit auch abends und an den Wochenenden eingesetzt werden. Und wenn in beide Richtungen geblitzt werden könne, wie bei dem ersten Testgerät, sei das wichtig für die ganzheitliche Verkehrssicherheit an der Einsatzstelle. Ein abschließendes Urteil will sie sich allerdings erst nach Ende des Tests und nach Rücksprache mit ihren daran beteiligten Mitarbeitern erlauben.

Die werden zunächst an drei Tagen geschult. Dafür ist Michael Kräger aus Wismar angereist, der bei der Vitronic-Tochter Vetro für solche Fälle zuständig ist. Guntram Bierschenk, Anke Bohnemeyer, Marcus Roscher und Dora Beleik müssen sich nicht wesentlich umstellen. Es wird bis Donnerstag um die Funktionen des Gerätes und das richtige Aufstellen gehen.

Wichtigster Unterschied der beiden Blitzer: Der demnächst eingesetzte »Enforcement Trailer« blitzt nur in eine Richtung und ist deshalb häufig an Autobahnen anzutreffen. Anders als der Traffi-Star wird er allerdings durch ein Akku-System betrieben. Der muss zum Aufladen etwa einmal pro Woche an eine Steckdose angeschlossen und dafür komplett vom Einsatzort abgezogen werden. Acht Lithium-Akkus halten den Trailer dagegen zehn Tage in Betrieb, brauchen dann nur ausgetauscht werden.

Speziell die Anzahl der Kamerasysteme schlägt bei der Finanzierung deutlich ins Kontor. Weil der Traffi-Star in beide Richtungen blitzen kann, wird er mit 260.000 Euro veranschlagt, während der Trailer nur etwa 160.000 Euro kosten würde.

Mitte Dezember, wenn die zweite Testphase abgeschlossen ist, werden die Experten mehr wissen. Los geht es am späten Donnerstagnachmittag an der Braker Straße mitten im Ortskern.

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