Do., 13.09.2018

Max-Planck-Gymnasium bleibt bei G8 Das Turbo-Abi als Alleinstellungsmerkmal

Das Gebäude des Max-Planck-Gymnasiums ist den Bedürfnissen einer Ganztagsschule angepasst worden.

Das Gebäude des Max-Planck-Gymnasiums ist den Bedürfnissen einer Ganztagsschule angepasst worden. Foto: Bernhard Pierel

Von Hans-Heinrich Sellmann

Bielefeld (WB). Am Max-Planck-Gymnasium (MPG) werden Schüler auch künftig ihr Abitur nach acht Jahren ablegen können (G8). Die Schulkonferenz hat sich gegen den wiedereingeführten G9-Regelfall entschieden.

Karsten Fahrenkamp, bei der Bezirksregierung zuständig für die Bielefelder Gymnasien, kann sich gut vorstellen, dass das MPG die einzige Schule in Ostwestfalen-Lippe bleibt, die bei G8 bleibt – und damit ein Alleinstellungsmerkmal hat. Noch bis zum 31. Januar können Schulkonferenzen mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit entscheiden, weiterhin das so genannte Turbo-Abi anzubieten.

Am MPG war das Votum eindeutig: 15 der 18 Konferenz-Mitglieder aus Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft stimmten für G8. »Die Entscheidung ist uns leicht gefallen, wir haben sie uns aber nicht leicht gemacht«, sagte Holger Knicker für die Lehrer. Wie Eltervertreterin Christel Brindöpke ausführte, sei der Diskussionsprozess unmittelbar nach der politischen Entscheidung in Gang gesetzt worden. Ausschlaggebend für den Großteil der Beteiligten sei am Ende gewesen, dass am Max-Planck-Gymnasium gute Erfahrungen mit G8 gemacht worden seien und das Ganztagskonzept darauf abgestimmt sei.

Ganztag und G8

Mit dem Schuljahr 2011/2012 war das MPG zur Ganztagsschule geworden. Im Laufe der Jahre ist auch das Gebäude den entsprechenden Bedürfnissen angepasst worden. »Und im Doppelpack mit G8 hat das immer gut funktioniert«, sagte stellvertretender Schulleiter Dirk Bollmann. »Ohne den gebundenen Ganztag und ohne die gemachten Erfahrungen wäre uns die Entscheidung vielleicht schwerer gefallen«, unterstrich auch Schulleiterin Andrea Kleist.

Gebundener Ganztag bedeutet im Unterschied zum in Grundschulen praktizierten Offenen Ganztag, dass es in der Sekundarstufe 1 auch nach der Mittagspause noch Pflichtstunden gibt. Am MPG sind aber lediglich drei lange Tage bis 15.45 Uhr vorgesehen, dienstags und freitags ist bereits um 13 Uhr Schluss. Gerade vor dem Hintergrund der viel diskutierten Überlastung der G8-Schüler ist von Anfang an die Einschätzung der »Betroffenen« wichtig gewesen. »Ja, nach neun Stunden sind wir auch schon mal kaputt«, sagte Schülersprecherin Ruth Hettwer. »Aber alle die hier sind, wollen auch hier sein.«

»Bedarf in der Schullandschaft«

Und das wollen nicht etwa weniger, sondern auch mehr Eltern. Zuletzt sei eine fünfte Klasse fünf an dem eigentlich vierzügigen Gymnasium genehmigt worden. »Die Eltern setzen auf G8. Es gibt Bedarf in der Bielefelder Schullandschaft«, sagte Andrea Kleist. Karsten Fahrenkamp betont, dass Eltern im Oberzentrum Bielefeld nunmehr eine Wahlfreiheit hätten. »Und deshalb«, ergänzte Schuldezernent Dr. Udo Witthaus, »sei es gut, dass die Entscheidung so früh getroffen wurde.«

Grundsatzdiskussionen über G8 und G9 könne man nächtelang führen, sagte Dirk Bollmann. »Keiner der beiden Bildungsgänge ist Teufelszeug.« Am Max-Planck-Gymnasium sei während der Debatte immer darauf geachtet worden, »was zu dieser Schule passt und wie wir unsere Ideen besser umsetzen können«. Mit der klaren Entscheidung für G8.

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