Sa., 15.09.2018

Amtsgericht verhängt Geldstrafe nach Landfriedensbruch Randale in Bochum: DSC-Ultra verurteilt

Symbolfoto

Symbolfoto Foto: dpa

Von Uwe Koch

Bielefeld (WB). Die Fußballspiele zwischen dem DSC Arminia und dem VfL Bochum gelten als »Risikopartien«. Jetzt ist nach den Ausschreitungen bei einer Begegnung vergangenes Jahr in Bochum ein weiterer Arminen-Fan wegen Landfriedensbruchs verurteilt worden. Der 27-jährige Kreisliga-A-Kicker und Sportstudent soll 600 Euro Geldstrafe zahlen, hat das Amtsgericht Bielefeld entschieden.

Mit dem Urteil von Dr. Kathrin Hellmeier setzte sich die Staatsanwaltschaft mit ihrem Strafantrag durch. Amtsanwalt Jan Witthus hatte die Vorfälle am 7. Mai 2017 nach der Begegnung der alten Rivalen, die 1:1 endete, als »Einwirkung auf eine Menschenmenge in einer die öffentliche Sicherheit gefährdenden Weise« eingestuft.

Und das war geschehen: Mehrere hundert Arminen-Fans waren im Anschluss an das Spiel von der Polizei zum Hauptbahnhof Bochum geleitet worden. Im Bereich hatten sich bereits Bochum-Anhänger postiert, die die Bielefelder offensichtlich mit Gesten und lautstarken Sprüchen provozierten. Die Bielefelder wurden daraufhin sofort von szenekundigen Beamten der Polizei angesprochen. Sie sollten sich ruhig verhalten, lautete die unmissverständlichen Anweisung. Dennoch gingen die verfeindeten Fangruppen aufeinander los. Die Einsatzkräfte der Polizei griffen ein und verhinderten mit Pfefferspray die Eskalation der Gewalt.

Videoaufzeichnungen gemacht

Von diesem Einsatz damals wurden auch Videoaufzeichnungen gemacht, die zunächst zu Ermittlungen gegen zwei Männer aus Bielefeld führten. Diese 25- und 26-jährigen DSC-Anhänger wurden zu 900 sowie 1600 Euro Geldstrafen verurteilt. Einer dieser polizeibekannten Ultras nahm dann seinen Einspruch gegen die Verurteilung zurück. Dieses Verfahren ist rechtskräftig.

Der 26-jährige Dennis K. hingegen, der 1600 Euro Geldstrafe zahlen soll, steht demnächst erneut vor dem Bielefelder Amtsgericht. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat seine Verurteilung in der Revision aufgehoben, der Fall kommt wieder (zu einem anderen Richter) ans Amtsgericht Bielefeld.

Ebenso als überführt sah nun Dr. Kathrin Hellmeier den seinerzeit dritten aktiven DSC-Ultra Jan B. (27) an. Auf Videoaufnahmen sei eindeutig zu sehen, dass der aktive Fußballspieler und Sportstudent abrupt »losgesprintet« und dann »gestolpert« sei. Gut sei dabei seine schwarze Jacke mit einem weißen Streifen zu erkennen gewesen. Die selbe Jacke tauchte in einer zweiten Videosequenz auf, als der Träger eben auf die Bochum-Fans »eingewirkt« habe. Zu Gewalttaten sei es durch die Person zwar nicht gekommen, doch durch die »Einwirkung« sei der Tatbestand des Landfriedensbruches bereits erfüllt, schloss sich Richterin Dr. Kathrin Hellmeier der Ansicht des Amtsanwalts an.

Verteidiger Sebastian Nickel plädierte auf Freispruch, denn die »bloße Anwesenheit« reiche als Beweis einer Tat nicht aus. Nickel hatte übrigens auch die Verteidigung des Dennis K. geführt.

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