Di., 18.09.2018

50 Jahre Kunsthalle Bielefeld: seltene Werke von Baselitz bis Richter Zum Jubiläum »Bilder einer Sammlung«

»Mutter mit spielendem Kind« von Max Beckmann (1946).

»Mutter mit spielendem Kind« von Max Beckmann (1946). Foto: VG Bild-Kunst Bonn

Bielefeld (WB/bp). »Bilder einer Sammlung« – das ist der Titel der Jubiläumsausstellung der Kunsthalle, die am 28. September eröffnet wird.

»Tablett mit drei Orangen« von Georg Baselitz (1982). Foto: VG Bild-Kunst Bonn

Die Bielefelder Kunsthalle ist aus einem 1928 begründeten städtischen Kunsthaus hervorgegangen, so dass aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Architektur ein Rückblick auf ein 90-jähriges Werden und Wachsen der Sammlung von Malerei und Skulptur in Bielefeld zurückgeblickt wird. Gezeigt wird eine Auswahl von Werken von Baselitz und Beckmann, Palermo und Penck, Richter und Richier. Sie sind selten zu sehen und sollen nun in ungewöhnlich assoziativer Weise in einen Dialog miteinander treten.

Eigentlich reicht die Geschichte der modernen Kunst in Bielefeld bis 1901 zurück. Dr. Jutta Hülsewig-Johnen, stellvertretende Direktorin der Kunsthalle, erinnert an den jungen Buchhändler Otto Fischer, der in jenem Jahr einen Buch- und Kunstsalon eröffnete. 1907 zeigte er 44 Gemälde von Edvard Munch – und scheiterte kläglich. Hülsewig-Johnen: »Das Publikum war überfordert, die Kritik harsch.« Kein einziges Bild sei verkauft worden, keines in der Stadt geblieben.

Erste Malschule in Deutschland

Hülsewig-Johnen erinnert an Heinrich Becker als Gründerfigur des Bielefelder Kunstmuseumswesens. Beckers Vorliebe habe der Moderne gehört. Sein Ausstellungsverzeichnis sei ein »Who is Who« des Kunstschaffens seiner Zeit gewesen. Mit Gustav Vriesen kam 1954 der erste hauptamtlich bestellte Kunsthistoriker als Leiter des Kunsthauses nach Bielefeld. Bis 1960 erreichte die Bielefelder Sammlung ein Niveau, dem die Unterbringung in einem Provisorium nicht länger gerecht wurde. Joachim Wolfgang von Moltke wurde schließlich als Gründungsdirektor einer neuen Kunsthalle berufen.

Sie wurde am 27. September 1968 der Öffentlichkeit übergeben, das Gebäude von Philip Johnson war ein Geschenk an die Stadt von Rudolf August Oetker. Die Kunsthalle sei das früheste Museum mit zeitgenössischer Architektur für moderne Kunst im Nachkriegsdeutschland, weil von Anfang an als Museum geplant und mit der ersten Malschule in Deutschland ausgestattet.

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