Erstmals Dreharbeiten für Münsteraner Krimi in Bielefeld – Beginn am 8. Oktober
1400 Bielefelder bei Wilsberg-Casting

Bielefeld (WB). Florian Lange hat kaum die Lobby des Hotels Golden Tulip am Waldhof betreten, da wird er schon zur Seite genommen: »Sie kommen als Bodyguard in Frage.« Wenn er tatsächlich genommen wird – was sich in den kommenden Tagen entscheidet –, wird der 20-Jährige im kommenden Jahr in einer »Wilsberg«-Folge zu sehen sein.

Montag, 01.10.2018, 11:26 Uhr aktualisiert: 01.10.2018, 11:28 Uhr
Hanna Niestegge wird von Stephan Trapp fotografiert, Assistentin Rebecca schiebt noch eine Haarsträhne zurecht. Foto: Mike-Dennis Müller
Hanna Niestegge wird von Stephan Trapp fotografiert, Assistentin Rebecca schiebt noch eine Haarsträhne zurecht. Foto: Mike-Dennis Müller

Gut 100 Bielefelder hat die Casting-Agentur Eick am Samstag als Kleindarsteller und Komparsen gesucht, damit sie das spielen, was sie sind: nämlich Bielefelder. Dazu hatte Agenturchef Gregor Weber zum Casting ins Golden Tulip gebeten, und 1400 Bielefelder kamen: jung und alt, groß und klein, mit Kind und Kegel und Hund.

Die Schlange derer, die wenigstens einmal dabei sein wollten, reichte quer über den Bunnemannplatz bis zur Obernstraße. »Ist doch mal etwas anderes«, sagte Helga Herda, bekennender Wilsberg-Fan.

Als Running-Gag taucht der Name Bielefelds ja in jeder Folge der beliebten ZDF-Serie um den Münsteraner Antiquar und Detektiv Georg Wilsberg (gespielt von Leonard Lansink) auf. Schauplatz der Handlung war die Stadt bislang aber noch nicht. Das soll sich nun ändern für die beiden Episoden »Bielefeld 23« und »Ins Gesicht geschrieben«.

»Zwischen acht und 80«

»Wir suchen Kinder, Frauen und Männer zwischen acht und 80«, erklärte Gregor Weber vorab. Für die Dreharbeiten sind Spaziergänger nötig, Journalisten, Bodyguards, ein Familienvater, Restaurantgäste, eine ausgelassene Mädelsclique um die 30, ein asiatisch aussehender Chauffeur und Menschen, die an der Imbissbude ein Würstchen essen.

Aber auch Kleindarsteller mit ein wenig Schauspielerfahrung (und wenn es die Schultheater-AG ist) waren gefragt. Am Ende des Tages war Weber mehr als zufrieden: »Wir konnten alles besetzen. Und die Bielefelder sind nett.«

Einige Zentimeter Haare opfern

Alle Interessenten mussten eingangs einen Fragebogen ausfüllen und wurden dann zum Fotoshooting gebeten, so manch einer danach sogar zum Video-Casting. Zwischendurch aber hatten Weber, Regieassistent Kai Skibba und sein Mitarbeiter Ilja Nienaber immer ein aufmerksames Auge auf die Bewerber.

Weber war direkt, wenn er jemanden entdeckt hatte: »Hast Du eine 36er/38er Figur? Und würdest Du Deine Haarspitzen ein wenig schneiden lassen?« sprach er Hanna Niestegge an. Die Grafikdesignerin war mit Freundin Anni gekommen und im ersten Moment baff. Aber natürlich würde sie einige Zentimeter ihrer Haare opfern.

»Leiche? Kein Problem«

Damit hätten auch Justine, Leona und Lou-Anne kein Problem: »Klar, bekommt man kostenlos einen professionellen Haarschnitt. Hauptsache nicht ganz kurz.« Zu dritt waren die jungen Frauen – durch die Bank Anfang 20 – gekommen und füllten gemeinsam den Fragebogen aus. Da ging es nicht nur um Maße (»Ui, welchen Kopfumfang habe ich denn?«) und zeitliche Flexibilität – gedreht wird zwischen dem 8. und 18. Oktober –, sondern auch um die Frage, ob ein Fahrrad/Auto/Motorrad mitgebracht werden könnte und welche Farbe das Gefährt hat.

Das Trio diskutierte auch mögliche Rollen. »Leiche? Kein Problem, da muss man ja nur still halten und darf nicht blinzeln«, meint Lou-Anne. Und sonst? »Im Hintergrund im Café sitzen können wir auch gut«, lacht Justine.

Drehorte noch geheim

Die Drehhorte wurden übrigens noch geheim gehalten. »Aber es werden für Bielefeld charakteristische Orte sein, man soll ja sehen, dass wir nicht in Münster sind«, sagt Weber.

Für die Bewerber, die jetzt bei »Wilsberg« nicht zum Zuge kommen, hat er einen Trost parat: Er sucht immer mal wieder Darsteller für »Tatort«-Folgen oder historische Filme. Und wer jetzt gecastet wurde, bleibt in seiner Kartei.

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