Di., 09.10.2018

1000 Grundschulkinder feiern ihre Idole beim Kindermusikfestival Das größte Piratenschiff Bielefelds

Musiker und Animateure mit Leib und Seele sind Jochen Vahle (von rechts), Georg Feils, die Rotzgören und Mahias Lück.

Musiker und Animateure mit Leib und Seele sind Jochen Vahle (von rechts), Georg Feils, die Rotzgören und Mahias Lück. Foto: Bernhard Pierel

Von Uta Jostwerner und Marie Schumacher

Bielefeld (WB). Solch einen Radau erlebt die Oetkerhalle selten. Aber wenn 1000 Grundschulkinder ihren Idolen auf der Bühne zujubeln, dann wackeln die Wände des altehrwürdigen Konzerthauses. Unter der Überschrift »Kindermusikfestival 2018« hatten der Verein OWL zeigt Herz und die Band Randale bereits zum dritten Mal zu einem Mitmachkonzert eingeladen.

Zuvor ging’s in geordneten Zweierreihen hinein in den Kulturtempel, den viele Kinder zum ersten Mal betraten. Konzerterfahren waren sie offenbar dennoch. Denn woher wissen sie so genau, dass Stars mit lautstarkem Gejohle und Gekreische zu begrüßen sind? Der Funke sprang sofort über, als die Randale-Mitglieder rund um Frontmann Jochen Vahle die Bühne betraten. Die Antwort auf die Frage »Habt Ihr gute Laune?« erreichte gut und gerne 150 Dezibel.

Mit von der Partie war Oberpirat Mathias Lück, stilecht gekleidet mit barockem Gehrock und Hut. Ferner die Matrosin Astrid Hauke und der Matrose Suli Puschban, beide bekannt unter dem Namen »Die Rotzgören«, sowie der Entertainer und Kinderbändiger »Ferry« Georg Feils, der abwechselnd den Kontrabass und die Ukulele zupfte. Die Crew setzte sodann die Segel für eine maritime Tour, wobei sich die Oetkerhalle in das größte Piratenschiff Bielefelds verwandelte.

Früher war Piraterie ja Männersache. In Zeiten der Emanzipation können auch Frauen Piratinnen sein. »He-ja-hussa-he-ja, wir sind Piratinnen« heißt dann auch ein Song der Rotzgören, zu dem sich herrlich hüpfen und auf der Stelle laufen ließ. Überhaupt zeigten sich die Kids mitmachfreudig bei allen zu performenden Teilen. Sei es beim rhythmischen Klatschen, Arme schwenken, bei Kreisdrehungen oder Texteinwürfen – die Mädchen und Jungen ließen sich nicht lange bitten und waren stets mit Feuereifer bei der Sache.

Eine kurze Verschnaufpause bot der singende Schakal

Neben dem Unterhaltungswert der mitreißenden Rock- und Popsongs gab es hier und dort auch einen erzieherischen Faktor im Sinne der Gleichberechtigung zu verzeichnen. Nicht nur Jungen können Kapitän werden, das können Mädchen genau so gut, lautete etwa die Botschaft eines von wilden Gitarrenriffs begleiteten Stücks.

Mal frech sein und einfach immer das Gegenteil behaupten? Auch das ist ganz legal möglich, wenn die Rotzgören so charmant und lebensfroh dazu auffordern. Und das Publikum zeigte sich bemerkenswert textsicher.

Eine kurze Verschnaufpause bot der singende Schakal, eine durch die Musiker zum Leben erweckte Handpuppe, die in einem langsamen Bluessong von ihrem Leben erzählte.

Zum Abschluss der Seereise fand auf dem Piratenschiff sogar noch ein Bär Platz. Von den begeisterten »Zugabe«-Rufen der Kinder auf die Bühne zurück gebracht, stimmten die Musiker ein letztes Lied über den schmackhaften Gummibären an.

Dank zahlreicher Paten und Förderer konnten die Kinder das Konzert erneut kostenlos besuchen. Das Theater Bielefeld stellte zudem die Rudolf-Oetker-Halle kostenlos zur Verfügung.

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