Mi., 10.10.2018

Schul- und Sportausschuss fordert, dass das Lehrschwimmbecken auch den Kleinsten zugänglich gemacht wird Politik will technische Lösung im Almbad

Der Schul- und Sportausschusses möchte, dass auch kleinere Schwimmanfänger das neue Becken nutzen können.

Der Schul- und Sportausschusses möchte, dass auch kleinere Schwimmanfänger das neue Becken nutzen können. Foto: Bernhard Pierel

Von Peter Bollig

Bielefeld (WB). Mit 1,20 Meter Wassertiefe ist das neue Lehrschwimmbecken in der Almsporthalle für kleine Schwimmanfänger zu tief. Doch die Stadtverwaltung scheut, wie berichtet, bauliche Nachbesserungen.

Sie setzt auf organisatorische Lösungen, indem Schwimmunterricht mit kleineren Kindern in anderen, flacheren B 3498783 ecken im Stadtgebiet stattfinden soll. Den Mitgliedern des Schul- und Sportausschusses reicht diese Lösung allerdings nicht aus. Sie forderten gestern einstimmig die Verwaltung auf, technische Wege zu finden, damit das Schwimmbad in der neuen Almsporthalle auch den Kleinsten zur Verfügung steht.

Vereine berichten von Abmeldungen aus Schwimmkursen

Petra Brinkmann (CDU) hatte zunächst nur die Anfrage gestellt , die Verwaltung möge darlegen, wie sie die Wassertiefe auf den Bedarf auch von Grundschulkindern anheben könne. Um den Druck zu erhöhen, machte sie daraus den Antrag, die Verwaltung solle bereits in der Novembersitzung schnell greifbare Maßnahmen vorlegen, um das Problem zu beheben. Brinkmann fordert »kreative Lösungen« wie feste oder flexible Polster am Boden des Beckens oder schlichtweg ein Ablassen von Wasser, um die Tiefe zu verringern.

Dass Schwimmunterricht mit unteren Jahrgängen in Bäder mit einer Eingangstiefe von 80 Zentimetern verlegt werde, lehnt sie ab: Zusätzliche Fahrzeiten gingen zu Lasten des Unterrichts, weniger Kinder lernten dann Schwimmen. Karl-Wilhelm Schulze (Stadtsportbund) berichtete, dass es in Vereinen angesichts dieser Situation schon Abmeldungen aus Schwimmkursen gegeben habe.

Für die Politiker schwer nachvollziehbar ist, wie es überhaupt zu der Abweichung in der Planung des Beckens kommen konnte. Ursprünglich war vereinbart worden, die Tiefe von 0,80 Metern des früheren Beckens zu übernehmen. Der Immobilienservicebetrieb (ISB) beruft sich indes auf Regelwerke, die eine maximale Tiefe von 1,35 Meter vorsehen sowie eine Einbeziehung der Schule und Vereine in den Planungsprozess. In Planungsgesprächen habe man eine gleichmäßige Tiefe von 1,20 Metern beschlossen, beteiligte Ämter, Schulen und Vereine seien per Protokoll informiert worden.

»Verwaltung hat sich verselbstständigt«

Karl-Wilhelm Schulze sprach indes von »verwirrenden Angaben«. Von 1,20 Meter sei in den Protokollnotizen nicht die Rede gewesen. Aus Sicht der Politiker verlief das Verfahren zumindest so, dass es nicht verwundert, dass Vereine diese Änderungen nicht bemerkt haben. Petra Brinkmann: »Die Verwaltung hat sich hier verselbstständigt.«

Jan Maik Schlifter (FDP) beklagt denn auch den »Unterton« bei der Kritik, dass sich hier Vereine beschwerten, obwohl sie ja beteiligt gewesen seien. Er sieht Fehler eher auf Seiten der Verwaltung. Doch dort wolle »keiner so richtig Verantwortung übernehmen.« Er forderte, ebenso wie Thomas Wandersleb (SPD), Aufklärung über die Entscheidungswege – ohne Schuldzuweisungen, aber um Verfahrensabläufe einmal zu durchleuchten.

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