Do., 11.10.2018

Talkrunde mit Ansgar Brinkmann füllt Kneipe »Heimat + Hafen« Ein gern gesehener Gast

Poetry-Slammer Marc-Oliver Schuster (links) begrüßt Ansgar Brinkmann.

Poetry-Slammer Marc-Oliver Schuster (links) begrüßt Ansgar Brinkmann. Foto: Marie Schumacher

Von Marie Schumacher

Bielefeld (WB). »Was ich hier soll, weiß ich noch nicht«, leitet Ansgar Brinkmann den Abend nach einer kurzen Begrüßung von Moderator und Poetry-Slammer Marc-Oliver Schuster, alias »Katze«, ungeniert ein.

Wenn Armina Bielefelds Nachbarkneipe »Heimat + Hafen« zu einer Talkrunde mit Fußballikone Ansgar Brinkmann einlädt, sind alle Karten restlos ausverkauft. 70 Fans lauschen am Mittwochabend den Anekdoten über die Karriere und Spielerkollegen des Wahlbielefelders mit dem Beinamen »weißer Basilianer«.

Einen richtigen Plan für den »Abend mit Ansgar Brinkmann – die lebende Legende im Talk« gibt es nicht, gesteht Schuster. Den braucht Brinkmann aber auch gar nicht, um die Besucher zu unterhalten. 20 Jahre Profifußball bei zwölf unterschiedlichen Vereinen, darunter von 2001 bis 2003 auch der DSC Armina Bielefeld – das bietet jede Menge Stoff für Anekdoten.

Brinkmann ist im Oldenburger Münsterland aufgewachsen. Als er mit 35 seine Karriere als Profifußballer beendet, verschwindet einer wie Brinkmann aber nicht aus der Öffentlichkeit. Er erwirbt eine A-Trainerlizenz, fungiert als Scout und Kommentator und veröffentlicht zwei Bücher.

Brinkmann ist bekannt für seine direkte Art und flotten Sprüche, die ihm im Laufe seiner Karriere einen Kultstatus bei den Fans, aber auch zahlreiche Abmahnungen einbringen. Da ist schon mal ein Fernseher aus dem gemeinsamen Hotelzimmer geflogen, das er sich mit Spielerkollege Jürgen Klopp teilt. »Der Film war scheiße«, hat Brinkmann dem verdutzten Klopp erklärt. Auch auf dem Platz ist es oft heiß her gegangen. Damals sind viel öfter Beleidigungen gefallen, so Brinkmann. In den Armen hat man sich nach dem Spiel aber trotzdem gelegen.

»Die Zeit bei Arminia war sportlich sehr außergewöhnlich, sehr emotional.«

Die Anordnungen seines Trainers hat er gerne mal ignoriert. »Ich hatte die erste Halbzeit grottenschlecht gespielt, da wollte der Trainer mich auswechseln. Aber ich hab gesagt, Trainer, ich spiel weiter.« Als Ausgleich wird dann eben ein Spielerkollege auf die Bank verbannt. Er hat sich einiges leisten können, gibt der 49-Jährige zu. Auf die Frage, ob so etwas heutzutage noch denkbar wäre, sagt er lachend: »Das war zu meiner Zeit schon nicht denkbar.«

Heute ist Brinkmann, wenn er nicht gerade einen Abstecher auf die Nordseeinsel Juist macht, um für den ansässigen TSV als Spieler auf dem Platz zu stehen, in Bielefeld zu Hause. Besonders gefällt ihm der Teutoburger Wald. Dort kann er beim Joggen auch stadtnah die Natur genießen. Seine Zeit beim DSC hat er in angenehmer Erinnerung: »Die war sportlich sehr außergewöhnlich, sehr emotional. Man war mir immer sehr wohlgesonnen, auch wenn es nicht gut lief.« Er ist demütig, dass die Bielefelder ihn auch heute noch immer wieder herzlich willkommen heißen.

Der volle Kneipenraum und das beigeisterte Publikum bestätigen seinen Eindruck. Das Interesse der Bielefelder an der lokalen Fußballikone ist so groß, dass es einen Tag später eine zweite Talkrunde geben wird. Natürlich sind wieder alle Plätze ausverkauft, denn mit Ansgar trifft man sich gern auf ein Bier.

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