Di., 16.10.2018

Zwei »Wilsberg«-Folgen werden in OWL gedreht – mit Video Krimistadt Bielefeld

Auch am Bielefelder Rathaus wird gedreht: Produzent Anton Moho mit den Schauspielern Leonard Lansink, Mira Bartuschek, Roland Jankowsky und Stefan Haschke (von links).

Auch am Bielefelder Rathaus wird gedreht: Produzent Anton Moho mit den Schauspielern Leonard Lansink, Mira Bartuschek, Roland Jankowsky und Stefan Haschke (von links). Foto: Bernhard Pierel

Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). Nicht der Prinzipalmarkt und der Dom in Münster, sondern die Sparrenburg und das Alte Rathaus in Bielefeld bilden diesmal die Kulisse: Zwei Folgen des ZDF-Krimis »Wilsberg« werden noch bis Donnerstag erstmals in OWL gedreht.

Dabei stört den Hauptdarsteller Leonard Lansink auch nicht, dass ihn in Bielefeld einige Passanten als »Herr Wilsberg« ansprechen. »So werde ich immer genannt«, sagt er schmunzelnd. Von der Stadt ist Lansink sichtbar angetan. Bielefeld sei zwar »nicht so malerisch« wie Münster. »Aber die Stadt ist lebendig und groß«, sagt er. »Und die Menschen sind alle so nett. Wir fühlten uns hier von Anfang an gut aufgenommen.«

Ausstrahlung für 2019 geplant

Bielefeld wird in jeder Folge der Serie erwähnt, aber gedreht wurde in der Stadt noch nie. Jetzt muss Lansink als Privatdetektiv Georg Wilsberg in Ostwestfalen gleich zwei Fälle lösen. Die Folgen »Ins Gesicht geschrieben« und »Bielefeld 23« werden in Bielefeld, Münster und Köln gedreht und sollen im Jahr 2019 ausgestrahlt werden.

Vor allem die nächtlichen Dreharbeiten auf der Sparrenburg mit ihrem besonderen Ambiente seien ein Erlebnis gewesen, berichtet Lansink. »Wir hatten einen tollen Blick auf die Stadt.« Das fast 40-köpfige Produktionsteam dreht unter anderem im Bürgerpark, am Hochbunker an der Neustädter Straße, auf dem Klosterplatz und am Alten Rathaus.

Etwa drei Monate vor Drehbeginn habe die Suche nach Motiven und Drehorten begonnen, erläutert der Produzent Anton Moho. »Wir haben viele schöne Ecken in der Stadt gefunden.«

Lansink: »Für mich ist das wie ein Familientreffen«

Darum geht es:

In der Episode »Ins Gesicht geschrieben« geht es um eine Smartphone-App: Menschen werden per Gesichtserkennung identifiziert und alle im Netz verfügbaren Infos zu einer Person zusammenfügt. Plötzlich gerät Wilsbergs Patentochter Alex Holtkamp (Ina Paule Klink) unter Mordverdacht. In der zweiten Folge »Bielefeld 23« hat Wilsbergs alter Freund Manni ein Problem. Der Leiter des Bielefelder Bauamts sitzt im Knast, weil er Bestechungsgelder angenommen haben soll.

Das Wilsberg-Team wird von Statisten aus der Region unterstützt, die bei einem Casting mit 1400 Teilnehmern in Bielefeld ausgesucht wurden. Eine davon ist die Bielefelderin Kristina Ruppel (29). Ihre Aufgabe ist es unter anderem, als Spaziergängerin durchs Bild zu laufen. »Bislang musste ich viel warten«, sagt sie. »Aber eine Chance auf so eine ­Statistenrolle bekommt man nicht oft.«

Der Zeitplan für das gesamte Team ist straff. Aber Druck spürt Leonard Lansink nicht. »Für mich ist das wie ein Familientreffen«, sagt er. Das gilt für Roland Jankowsky, der den Kommissar Overbeck spielt, sogar im doppelten Sinne. »Ich habe Verwandtschaft in Bielefeld«, erzählt er. Onkel, Tanten und Cousins von ihm wohnen in der Stadt.

Ein alter Bekannter der Wilsberg-Fans mischt in Bielefeld auch mit: Heinrich Schafmeister wirkt wieder als Wilsbergs Freund Manni mit, der mittlerweile im Bielefelder Bauamt arbeitet. »Ich habe in Bielefeld schon Theater gespielt«, berichtet Schafmeister. Zuletzt war er 2012 in der Folge »Bielefeld-Verschwörung« zu sehen. Damals wurde aber nicht in der Stadt gedreht. Die Dreharbeiten liefern jetzt seiner Ansicht nach einen wichtigen Beweis: »Bielefeld gibt es tatsächlich.«

Hommage an die Heimatstadt

Als gebürtiger Bielefelder hat ZDF-Redakteur Martin Neumann ein Heimspiel. Er formte aus dem Wilsberg-Krimi des Autors Jürgen Kehrer einen TV-Hit. Die Erwähnung Bielefelds in den Episoden ist auch eine humorvolle Hommage an seine Heimatstadt. »Die Zeit war reif dafür, dass wir endlich auch in Bielefeld drehen.«

In der Folge 64 »Ins Gesicht geschrieben« geht es um eine Gesichtserkennungssoftware. Episode 65 »Bielefeld 23« dreht sich um ein umstrittenes Bauprojekt. »Der genaue Sendetermin steht noch nicht fest«, sagt Martin Neumann. Weitere Dreharbeiten in Bielefeld seien vorerst nicht geplant, aber künftig »nicht ausgeschlossen«.

Schon jetzt ist klar, dass Leonard Lansink viele positive Erinnerungen an die Stadt bleiben. Wahrscheinlich ist es auch, dass der Schauspieler noch lange als Privatdetektiv Wilsberg von seinem Antiquariat in Münster aus ermittelt. Denn er stellt lächelnd fest: »Ich mache mir keine Sorgen um die Zukunft. Schließlich gibt es keine Altersbegrenzung für Antiquare.«

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