Straße soll nach getötetem Soldaten benannt werden – CDU kritisiert Äußerungen im Ausschuss
»Schlag ins Gesicht der Angehörigen«

Bielefeld (WB). Jetzt entscheidet die Brackweder Bezirksvertretung darüber, ob eine Straße im Stadtbezirk nach dem in Afghanistan getöteten Bielefelder Soldaten Martin Augustyniak benannt wird. Die Brackweder CDU macht sich dafür stark, in der Sitzung am 22. November einen »Begrüßungsbeschluss« zu fassen – also das Ansinnen zu unterstützen.

Sonntag, 21.10.2018, 04:00 Uhr
Das Grab von Martin Augustyniak auf dem Queller Friedhof. Foto: Thomas F. Starke (Archiv)
Das Grab von Martin Augustyniak auf dem Queller Friedhof. Foto: Thomas F. Starke (Archiv)

Die CDU spricht sich dabei aus, eine neu entstehende Straße nach Augustyniak zu benennen. Denn Umbenennungen seien immer schwieriger – auch weil Anwohner ihre Adresse ändern müssten. Optimal ist aus seiner Sicht eine Straßenbenennung im Stadtteil Quelle, sagt CDU-Fraktionschef Carsten Krumhöfner. »Das wäre eine charmante Lösung.« Denn Augustyniak lebte als Jugendlicher und junger Erwachsener in Quelle – und dort wohnen seine Mutter und sein Stiefvater bis heute.

Brackwedes Bezirksbürgermeisterin Regina Kopp-Herr (SPD) hatte sich bereits im WESTFALEN-BLATT für die Benennung einer Straße nach dem Soldaten ausgesprochen . Auch Krumhöfner stellt fest: »Wir tun gut daran, dem Soldaten die Ehre zu erweisen, die ihm gebührt.« Wie berichtet, hatte sich als erstes politisches Gremium der Bürgerausschuss mit dem Thema befasst.

Beim Karfreitagsanschlag getötet

Dabei ging es auch darum, einen Platz, ein Gebäude oder eine Straße nach dem 2011 in Afghanistan gefallenen Heeper Soldaten Alexej Kobelew zu benennen. Martin Augustyniak war bereits beim Karfreitagsanschlag 2010 in der Nähe von Kundus getötet worden. Zunächst war der 28-Jährige verwundet worden, rappelte sich aber wieder auf, um seinen verletzten Spähtruppführer zu retten. Als das Fahrzeug auf eine Sprengstofffalle traf, starb Augustyniak als einer von drei deutschen Soldaten.

Der Bürgerausschuss hatte grundsätzlich das Ansinnen befürwortet, aber die Entscheidungen an die Bezirksvertretungen Heepen und Brackwede weitergereicht. Nur die Piraten und die Linken stimmten dagegen, die den Einsatz in Afghanistan als »schmutzigen Krieg« bezeichneten. Zudem müsse jeder, der zur Bundeswehr gehe, wissen, was ihn erwarte, hieß es weiter. Dieser Teil der Diskussion im Bürgerausschuss sei »besorgniserregend« gewesen, meint Krumhöfner. »Das war für die Angehörigen ein Schlag ins Gesicht.«

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