Mi., 24.10.2018

24-Stunden-Mahnwache vor der Uni – Universität weist Vorwürfe zurück Protest gegen Tierversuche

Die ersten Teilnehmer der Mahnwache: von links Jean-Luc Chastenier, Anke Elsner und Jennifer Simon, hockend Simon Anhut und im Käfig als Mäuschen Sol-Lea Bittkowski.

Die ersten Teilnehmer der Mahnwache: von links Jean-Luc Chastenier, Anke Elsner und Jennifer Simon, hockend Simon Anhut und im Käfig als Mäuschen Sol-Lea Bittkowski. Foto: Schulze

Bielefeld (WB/sas). Um 12 Uhr mittags haben sich am Dienstag die ersten Ariwa-Mitstreiter am »Bildungsgang« der Universität eingefunden. Sie protestieren gegen Tierversuche. 24 Stunden wollen sie hier, zwischen Stadtbahnhaltestelle Universität und Hochschulgebäude, eine Mahnwache halten und mit Kommilitonen und Mitarbeitern ins Gespräch kommen.

»Auch hier, an der Universität, gibt es Tierversuche«, sagt Simon Anhut, einer der Organisatoren. Dagegen – wie etwa auch gegen Massentierhaltung oder Pelze – erhebt Ariwa die Stimme. Ariwa steht für Animal Rights Watch, dafür, auf die Rechte von Tieren aufmerksam zu machen und sie einzufordern. Unterstützt wird die Mahnwache von der Hochschulgruppe Venga, von Bielefeld Animal Save und den Ärzten gegen Tierversuche. »Es gibt viele Beispiele dafür, dass Rückschlüsse aus Tierversuchen nicht immer auf den Menschen zu übertragen sind«, sagt Anhut. Was Tieren nicht schade, könne beim Menschen üble Folgen haben.

Der angehender Erziehungswissenschaftler hat festgestellt, dass viele Studenten überrascht seien, dass es an der Uni Tierversuche gebe. Mäuse und Ratten würden eigens für die Genforschung gezüchtet. Und selbst, wenn die Tiere nicht »verbraucht« würden und die Versuche etwa zu ihrem Verhalten nicht grausam seien, würden sie doch in Käfigen und engen Boxen gehalten.

Uni Bielefeld: »Versuche mit Tieren dienen nie dem Selbstzweck.«

Die Tierschützer kritisieren, dass nicht genau zu erfahren sei, welche Forschungen an und mit Tieren an der Uni stattfänden. »Es wird mit der Forschungsfreiheit argumentiert, aber wir haben nicht einmal eine Antwort auf die Frage nach abgeschlossenen Versuchen bekommen.« Man fühlt sich hingehalten.

Universität-Sprecher Ingo Lohuis betont, dass Tiere in Forschung und Lehre nur eingesetzt würden, wo dies als unverzichtbar angesehen werde. »Versuche mit Tieren dienen nie dem Selbstzweck.« Funktionsmechanismen in tierischen Organismen ließen sich aber nur auf der Basis von Experimenten verstehen. Zudem werde immer versucht, auf andere Methoden auszuweichen. Und was dem Tierschutzgesetz unterliegt, werde im Tierschutzausschuss der Universität diskutiert. Kein Tierversuch werde gestartet ohne Genehmigung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

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