Kasernengebäude in Augustdorf soll nach Alexej Kobelew benannt werden
Getöteter Bielefelder Soldat erhält besondere Ehrung

Bielefeld (WB). Ein Lehrsaalgebäude auf dem Gelände der Rommel-Kaserne in Augustdorf soll im kommenden Jahr nach dem in Afghanistan getöteten Heeper Soldaten Alexej Kobelew benannt werden. »Es ist das erste Gebäude unserer Kaserne, das nach einem Menschen benannt wird«, sagt der Sprecher der Panzerbrigade 21 in Augustdorf, Hauptmann Martin Waltemathe.

Mittwoch, 24.10.2018, 18:00 Uhr
Alexej Kobelew starb 2011 in Afghanistan. ­Foto: dpa
Alexej Kobelew starb 2011 in Afghanistan. ­

Der Inspekteur des Heeres müsse die Pläne noch abschließend genehmigen. Es werde aber mit Zustimmung gerechnet, heißt es. Der 23 Jahre alte Oberstabsgefreite Alexej Kobelew war im Juni 2011 als erster Angehöriger der Augustdorfer Brigade »Lipperland« im Afghanistan-Einsatz getötet worden. Gemeinsam mit fünf weiteren Soldaten der Brigade war er mit dem Schützenpanzer Marder in der Nähe von Kundus in eine Sprengfalle geraten. Kobelew starb noch am Anschlagsort, seine fünf Kameraden wurden verletzt.

»Umbenennung frühestens im ersten Quartal 2019«

»Er hat sein Leben für unsere Gesellschaft gegeben«, sagt Waltemathe. Deswegen hätten Soldaten des Panzergrenadierbataillons 212 die Benennung des Gebäudes nach dem Soldaten beantragt. »Damit der Kamerad und unser Einsatz nicht in Vergessenheit geraten«, sagt Waltemathe. Die Familie des getöteten Soldaten habe dem Ansinnen bereits zugestimmt.

Die Soldaten suchten das Lehrsaalgebäude aus, »weil es von allen Kompanien genutzt wird«. Der Komplex verfüge über mehrere Säle und Unterrichtsräume mit 30 bis 120 Plätzen. Bislang erinnert auf dem Kasernengelände in Augustdorf nur ein Gedenkstein am Ehrenmal an Kobelew. Waltemathe rechnet damit, dass die Umbenennung des Gebäudes »frühestens im ersten Quartal 2019« erfolge.

Auch Straßenbenennung in Heepen möglich

Unterdessen soll auch eine Straße in Heepen nach Kobelew benannt werden. Wie berichtet, hat der Gütersloher Volker Lehmann einen Bürgerantrag gestellt, dass eine Straße, ein Gebäude oder ein Platz nach den in Afghanistan getöteten Soldaten Alexej Kobelew und Martin Augustyniak benannt wird. Der Bürgerausschuss entschied, dass die Bezirksvertretungen Brackwede und Heepen jetzt darüber entscheiden sollen, da Kobelew aus Heepen und Augustyniak aus Quelle stammen.

Heepens Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher (SPD) sagte am Dienstag dem WESTFALEN-BLATT, man wolle zunächst einmal den Kontakt zu Kobelews Familie suchen und nach den Wünschen der Angehörigen fragen. Erst dann wolle die Bezirksvertretung »in Ruhe« eine Entscheidung treffen.

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