Mi., 31.10.2018

Ein Drittel der Schulden in Höhe von 3,3 Millionen werden erlassen Stadt will Arminia mit einer Million bei Sanierung helfen

Vom Erlös der Alm erhält die Stadt 2,23 Millionen Euro, verzichtet aber auf eine Million ihrer Forderungen.

Vom Erlös der Alm erhält die Stadt 2,23 Millionen Euro, verzichtet aber auf eine Million ihrer Forderungen. Foto: Thomas F. Starke

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Dieser alten Redewendung folgend, will die Stadt auf eine Million ihrer 3,3 Millionen-Euro-Forderung an den DSC Arminia verzichten – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Sanierung des Zweitligisten.

Voraussetzung für den Schuldenschnitt beim DSC ist der Verkauf der Schüco-Arena an eine Investorengruppe. Diesen Deal hatte DSC-Geschäftsführer Markus Rejek Anfang Oktober mit einer Reihe heimischer Unternehmen unter Dach und Fach gebracht. Der Stadt hatte er versprochen, anschließend einen Tilgungsplan für die Schulden vorzulegen, die im Rathaus noch offen sind. Gesamtumfang: 3,3 Millionen Euro.

In den Verhandlungen haben sich die Verwaltung und der Verein jetzt darauf geeinigt, dass 2,23 Millionen sofort zurückgezahlt werden, wenn das Geld aus dem Stadionverkauf auf dem Arminia-Konto ist. Auf den Rest will die Kommune dann verzichten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Zinsen und Zinseszinsen, die durch das regelmäßige Stunden der Arminia-Verbindlichkeiten aufgelaufen waren.

Rat muss noch zustimmen

Die Einigung steht, aber die Politiker müssen noch zustimmen. Gestern stand das Thema erstmals auf der Tagesordnung im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Die Finanzpolitiker beschäftigen sich Anfang kommender Woche mit dem Schuldenschnitt, bevor dann am 8. November der Rat abstimmt. Eine breite Mehrheit gilt inzwischen als sicher – vor allem deshalb, weil die eigentlichen Forderungen abgelöst werden, nur auf die Zinsen verzichtet wird. Betont wird im Rathaus auch, dass es sich nicht um eine Arminia-Sonderregelung handele, sondern auch mit Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Vergangenheit ähnliche Vereinbarungen getroffen worden seien.

Arminia-Geschäftsführer Rejek hatte sein Sanierungskonzept in den einzelnen Fraktionen des Rates vorgestellt. Die überwiegende Zustimmung soll auch daraus resultieren, dass private Geldgeber teilweise auf 80 Prozent der Beträge verzichten, die sie dem DSC geliehen hatten. Auch das Land als einer der größten Gläubiger verzichtet auf die Hälfte seiner finanziellen Ansprüche.

Die Forderungen der Stadt an Arminia setzen sich im Wesentlichen aus sechs Positionen zusammen: Gewerbesteuernachzahlungen der KGaA, hinter der sich der Lizenzspielerbetrieb verbirgt, und des eingetragenen Vereins Arminia, nicht gezahlte Grundbesitzabgaben, das umstrittene Darlehen in Höhe von 250.000 Euro, das einst das städtische Klinikum dem Verein gewährt hatte, und ein Restbetrag aus dem Verkauf des Stadions von der Stadt an den Verein sowie Sanierungskosten für das Trainingsgelände an der Friedrich-Hagemann-Straße. Aktuell sind diese Beträge bis 2019 gestundet.

Ausfallbürgschaft übernommen

Um den neuerlichen Stadionverkauf, diesmal vom Verein an die Investoren, zu ermöglichen, will die Stadt auch dem Verkauf des Erbbaurechts für den angrenzenden Westplatz vom DSC an die neuen Stadion-Eigner zustimmen. Diesen Wunsch hatten die Investoren geäußert, um über das gesamte Gelände verfügen zu können.

Eine bunte Schar heimsicher Unternehmen hat sich entschlossen, die Schüco-Arena zu erwerben und damit den DSC aus den Schulden zu holen. Es handelt sich um die Dr. August Oetker KG, die Gauselmann AG, die Heinz Anstoetz Beteiligungs-KG, die Wilhelm Böllhoff GmbH & Co KG, die Fr. Möller Beteiligungs-GmbH, die Gildemeister Beteiligungen GmbH, die Bautra GmbH, die Borchard GmbH & Co Bau KG, die FHO Invest GmbH & Co. KG sowie eine weitere Einzelperson.

Mit 364.000 Euro hatte die Stadt bereits im Februar zur DSC-Sanierung beigetragen. In Höhe dieses Betrages wird sie für eine Ausfallbürgschaft in Anspruch genommen, die ebenfalls aus einem Arminia-Kredit resultiert.

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