Fr., 09.11.2018

Sportwagenhandel zieht mit überlebensgroßer Roboter-Skulptur die Blicke auf sich Transformer landet in Brackwede

Furcht einflößend aber überwiegend gutmütig: Der Transformer Bumblebee, drei Meter groß, 350 Kilogramm schwer und überwiegend aus Metallteilen, ist eigentlich ein ganz friedfertiges Kerlchen. Er steht an der Cheruskerstraße.

Furcht einflößend aber überwiegend gutmütig: Der Transformer Bumblebee, drei Meter groß, 350 Kilogramm schwer und überwiegend aus Metallteilen, ist eigentlich ein ganz friedfertiges Kerlchen. Er steht an der Cheruskerstraße. Foto: Markus Poch

Von Markus Poch

Brackwede (WB). Intelligente Maschinenwesen aus dem All sind die Stars der seit 2007 weltweit erfolgreichen »Transformer«-Kinofilme. Die Angst einflößenden, aber meist gutmütigen Roboter, dem Menschen in Größe und technischer Ausstattung weit überlegen, landeten irgendwann auf dem Planeten Erde. Einer von ihnen steht neuerdings vor dem Sportwagenzentrum OWL in Brackwede und blieb natürlich nicht lange unentdeckt.

Er ist drei Meter groß, 350 Kilogramm schwer und sieht nach roher Gewalt aus. Bestimmt wäre er leicht dazu in der Lage, seine Betrachter mit der linken Stahlklaue zu zermalmen. Zusätzlichen Respekt verschafft er sich mit seinem rechten Unterarm, der als leistungsstarke Schnellfeuerwaffe ausgeprägt ist. Da fällt es schwer, zu glauben, dass dieser Koloss ausgerechnet auf den englischen Kosenamen Bumblebee (Hummel) hört. Aber so heißt er, weil das Original aus dem Film ursprünglich mal ein gelb-schwarzer Chevrolet Camaro war.

Massiver Publikumsverkehr

Fußabdrücke in der Grünanlage und die flach getretenen Bodendecker vor dem Autohandel an der Ecke Cheruskerstraße/Am Preßwerk belegen: Hier herrscht massiver Publikumsverkehr. Manchmal kommen Kinder und Jugendliche alleine und zu Fuß, manchmal ganze Familien im Auto vorgefahren, um den metallernen Riesen zu bestaunen und Selfies zu knipsen. »Das ist super – und auch ein Stück Anerkennung unserer Arbeit«, sagt Autohaus-Chef Knut Schlüter.

Warum Bumblebee so aussieht, wie er aussieht, ist leicht zu erklären: Transformers sind unheimlich flexibel. Sie können sich in Sekundenschnelle in Autos, Lastwagen oder Flugzeuge verwandeln und genau so schnell wieder zurück. Schlüter ist kein ausgesprochener Transformers-Fan, liebäugelt aber trotzdem schon seit zwei Jahren damit, einen solchen Kerl als Blickfang vor sein Autohaus zu stellen. Der bei ihm als Karosseriebauer angestellte Vadim Samurenko machte dies schließlich möglich. Seit Anfang 2018 schweißte der 54-jährige Moldawier, der sonst verunfallte Sportwagen wieder fahrbar macht, den Roboter aus alten Auto- und Motorradteilen zusammen – immer dann, wenn gerade keine Werkstatt-Aufträge vorlagen.

»Bumblebee ist eigentlich nur ein Haufen Schrott«, sagt Knut Schlüter. »Bis auf sein Skelett aus Vierkantrohren haben wir keine Teile extra angefertigt. Der Materialwert liegt bei kaum 200 Euro – inklusive LED-Leuchten, Sound-Modul und Bewegungsmelder.« Wer dem Transformer einmal bei Nacht gegenüber treten sollte, wird sich möglicherweise furchtbar erschrecken, wenn dessen Augen ihn plötzlich fixieren und die filmtypischen Bewegungsgeräusche zu hören sind. Tatsächlich bewegen wird er sich allerdings nicht. Das vereiteln schon die ungezählten Schweißnähte.

Waden aus Lkw-Ölfiltern

Was die Umsetzung des unkonventionellen Schweiß-Auftrages anging, hatte Samurenko freie Hand: Aus Stahlfelgen machte er die Hüftgelenke, aus der ausrangierten Kupplung eines Opel Corsa die Bauchnabelpartie, aus Lkw-Ölfiltern die Waden, aus den Federbeinen von Radaufhängungen die Füße, aus einem Moped-Auspuff die Waffe am rechten Unterarm. Einige Teile, die an der Oberfläche liegen, wurden anschließend gelb lackiert.

»Unser Vadim hat eine Menge Gespür und Talent für so was – das kann man nicht lernen«, betont Knut Schlüter anerkennend. »Jetzt müssen wir sehen, wie Bumblebee seinen ersten Winter übersteht. Wenn er im Frühjahr zu stark angerostet ist, müssen wir einige Teile nachträglich mit Klarlack konservieren.«

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