Sa., 10.11.2018

Experten-Diskussion: Mittelstand wird offener für »Smart Data« »Monteur kommt bald mit Alexa«

Diskutierten bei der Commerzbank über »Big Data« (von links): Rüdiger Kabst (Garage 33 Paderborn), Christian Schulmeyer (Empolis Bielefeld), Susanne Sorg (EK Bielefeld), und Dr. Andre Carls (Commerzbank) sowie Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer.

Diskutierten bei der Commerzbank über »Big Data« (von links): Rüdiger Kabst (Garage 33 Paderborn), Christian Schulmeyer (Empolis Bielefeld), Susanne Sorg (EK Bielefeld), und Dr. Andre Carls (Commerzbank) sowie Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer. Foto: Bernhard Hertlein

Von Bernhard Hertlein

Bielefeld (WB). »Big Data« ist das neue Öl der Wirtschaft, heißt es. Experten sprechen inzwischen allerdings lieber von »Smart Data«.

Nicht das Sammeln oder der Kauf von Daten, sondern erst die intelligente Entwicklung neuer Geschäftsmodelle bringe den Erfolg, meinte Hans-Jürgen Stricker von der Commerzbank Bielefeld vor 400 Gästen aus OWL. Der Umgang mit Daten war diesmal Thema der traditionellen Veranstaltungsreihe »Unternehmerperspektiven« der Commerzbank.

Susanne Sorg, Vorstand der Bielefelder Handelskooperation EK, berichtete von einer großen Zurückhaltung mittelständischer Mitglieder, Daten abzugeben. Dies ändere sich angesichts des Drucks im Handel langsam. Sorg geht davon aus, dass ein Händler, der nicht aktiv und unter Zuhilfenahme von Profis Datenpflege im Internet betreibe, schon in wenigen nicht von den Kunden gefunden werde.

»Smart Data« statt »Big data«

Ein geeigneter Moment, mit der intelligenten Nutzung von »Smart Data« zu beginnen, ist nach Ansicht von Professor Rüdiger Kabst, Initiator des Paderborner Gründungs- und Innovationscenters »Garage 33«, der Generationswechseln in familiengeführten Unternehmen. Die Generation der 40- und 50-Jährigen sei in der Regel offener. Dies sei allerdings auch notwendig, damit der Standort Deutschland etwa im Vergleich mit den USA nicht noch weiter zurückfalle. Als kritisch bewertete Kabst Versäumnisse der deutschen Autohersteller im Bereich Autonomes Fahren.

Dr. Christian Schulmeyer, Experte für Künstliche Intelligenz (KI) und Geschäftsführer des Informations-Management-Unternehmens Empolis (Bielefeld), erklärte, es gebe keine finanziellen Gründe, mit der Nutzung von »Big Data« nicht wenigstens anzufangen. »Die Installierung eines SAP-Programm ist wesentlich teurer und aufwändiger.« Dem Publikum bot er eine Wette an: »In drei oder vier Jahren kommt der Monteur für die Installierung der neuen Waschmaschine in Begleitung von Alexa.« Der speziell auf diese Situation vorbereitete virtuelle Assistent werde überraschend auftretende Fragen beantworten und sogar konkrete Handlungsanweisungen geben.

Noch digitaler in die Zukunft

Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank-West, kündigte bei der von Jan Hofer, Chefsprecher der »Tagesschau«, geleiteten Podiumsdiskussion an, die Commerzbank werde bis 2020 80 Prozent ihrer Geschäftsprozesse digitalisieren – »selbstverständlich unter vollständiger Wahrung des Datenschutzes«. Kritik aus Kreisen der Zuhörer richtete sich an die Adresse der Politik. Sie treibe die Breitbandversorgung insbesondere auf dem Land nicht mit der notwendigen Energie voran. Demgegenüber äußerte Kabst, Unternehmer, die Daten austauschen und nutzen wollten, fänden schon einen Weg, dies technisch möglich zu machen.

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