Landgericht Bielefeld: Mann soll giftiges Pulver auf Pausenbrote seiner Kollegen gestreut haben – mit Videos
Auftakt im Giftbrote-Prozess: Anklage wegen versuchten Mordes

Bielefeld/Schloss Holte-Stukenbrock (dpa/WB/wow). Ein Schlosser soll heimtückisch mehreren seiner Kollegen in dem Armaturenbetrieb Ari in Schloß Holte-Stukenbrock über Jahre Gift auf die Pausenbrote gestreut haben . Im Beisein eines kranken Nebenklägers begann am Landgericht Bielefeld am Donnerstag der Prozess um die vergifteten Stullen. Zum Auftakt verlas die Staatsanwaltschaft ihre Anklage.

Donnerstag, 15.11.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 15.11.2018, 15:30 Uhr
Der Prozess um die vergifteten Pausenbrote hat am Donnerstag begonnen. Foto: Ann-Christin Lüke
Der Prozess um die vergifteten Pausenbrote hat am Donnerstag begonnen. Foto: Ann-Christin Lüke

Darin geht es um versuchten Mord sowie schwere und gefährliche Körperverletzung. Der 57 Jahre alte Deutsche Klaus O. wollte nach Ansicht der Anklage seine Kollegen in dem Amaturenbetrieb Ari in Schloß Holte-Stukenbrock beim körperlichen Verfall beobachten. Deren Tod habe er zumindest billigend in Kauf genommen.

Der Staatsanwalt schilderte, wie der Angeklagte von 2015 bis 2018 immer wieder Brotdosen aus den Taschen und Rucksäcken der Kollegen entwendet haben soll. Dann verstreute der verheiratete Schlosser laut Anklage auf den Broten Pulver, darunter Bleiacetat und Quecksilber, und legte die Dosen zurück. Als Folge wurden Kollegen schwer krank. Eines der Opfer liegt seit Jahren mit schweren Hirnschäden im Wachkoma, andere haben schwere Nierenschäden.

Der Angeklagte äußert sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Dem Staatsanwalt hörte er ohne sichtliche Regung zu. Der Prozess wird am 26. November fortgesetzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6192135?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Nach Reitstallbrand: 15.000-Euro-Belohnung ausgelobt
Vor einer Pferdebox erinnert ein Strauß mit weißen Rosen an die verstorbenen Pferde. Foto: Louis Ruthe
Nachrichten-Ticker