Di., 20.11.2018

In neuer Tempo-30-Zone Babenhauser Straße wird weiter gerast – Stadtkasse klingelt Mobile Radarfalle am Ostwestfalendamm

Am Donnerstag wurde der mobile Blitzer am OWD hinter einer Leitplanke aufgebaut.

Am Donnerstag wurde der mobile Blitzer am OWD hinter einer Leitplanke aufgebaut. Foto: Andreas Schnadwinkel

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Die aktuelle Testphase von neuen, fahrbaren Radargeräten macht es möglich: Die Stadt lässt erstmals mobil auf dem Ostwestfalen-Damm (OWD) blitzen. 750 Raser wurden innerhalb von nur vier Tagen fotografiert.

Seit Donnerstag steht der futuristisch aussehende »Enforcement Trailer« der Wiesbadener Firma Vitronic hinter einer Leitplanke des OWD. Der autonome mobile Blitzer überwacht zwei Wochen lang 300 Meter vor der Ausfahrt Stapenhorststraße den Verkehr in Richtung stadteinwärts. »Von vergangenen Donnerstag bis Sonntag hat der ›Enforcement Trailer‹ bereits 750 Verkehrsverstöße fotografiert«, sagt Norman Rosenland, beim kommunalen Ordnungsamt zuständiger Chef der Abteilung für Verkehrsordnungswidrigkeiten.

750 Raser binnen nur vier Tagen seien »nicht überraschend«. Denn der Standort für den ersten mobilen Blitzereinsatz der Stadt an Bielefelds Schnellstraße sei bewusst gewählt worden, betont Rosenland. Der unter dem Namen »Blitzer Esther« in Bielefeld bekannte »Enforcement Trailer« ist 900 Meter nach der stationären Radaranlage in Richtung stadteinwärts geparkt. Diese wurde einst an der Mittelleitplanke des OWD installiert, um den Lärmschutz (Tempo 100 tagsüber, 80 km/h nachts) zu überwachen.

Beschwerden der OWD-Anwohner

OWD-Anwohner beschweren sich jedoch seit langem, dass sich Autofahrer beim Passieren des stationären Blitzers an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, dann aber wieder mit aufheulendem Motor beschleunigen. Dieses bislang von den Betroffenen »gefühlte« Rasen ist mit 750 Rasern in vier Tagen erstmals zu greifbaren Zahlen geworden.

Am stationären OWD-Blitzer in Gegenrichtung Südring/A33 ist es genauso, sagt Norman Rosenland vom Ordnungsamt. Deswegen werde aktuell geprüft, wo Mobil-Blitzer »Esther« in Fahrtrichtung Bielefelder Süden an der Schnellstraße stationiert werden könne. Es müssten die gleichen Vorgaben wie beim aktuellen Einsatz erfüllt werden: Der »Enforcement Trailer« darf aus Sicherheitsgründen nicht auf dem Standstreifen stehen, sondern muss außerhalb des Verkehrsraums geparkt werden.

Sprudelnde Einnahmequelle

Als sprudelnde Einnahmequelle für die Stadt Bielefeld erweist sich weiterhin die nur 200 Meter lange Tempo 30-Zone an der Babenhauser Straße zwischen der Jöllenbecker Straße und dem Ortsausgang Schildesche. Sagenhafte 7000 Raser-Bilder schoss der Vorgänger-Testblitzer der jetzigen »Esther« binnen fünf Tagen Ende August. Beim dreitägigen Einsatz Anfang September waren es immerhin noch 944 Fahrzeugführer, die sich nicht an Tempo 30 hielten.

Ende Oktober hatte dann der »Enforcement Trailer« seinen ersten Einsatz an der Babenhauser Straße. Die mobile Anlage löste um die 3000 Mal aus. Am vergangenen Samstag wurden dort von einem Radarwagen des Ordnungsamtes binnen drei Stunden um die 200 Raser abgelichtet. Rosenland: »An der Babenhauser Straße haben wir höhere Fallzahlen als beim A2-Blitzer am Bielefelder Berg. Warum das so ist, können wir nicht nachvollziehen.«

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