Sa., 24.11.2018

17-Millionen-Projekt ist größte Maßnahme in ganz Westfalen Brackweder Bahnhof wird ab Januar saniert

Die beiden rechten Bahnsteige in Brackwede werden erneuert, ebenso Aufzüge und die Unterführung.

Die beiden rechten Bahnsteige in Brackwede werden erneuert, ebenso Aufzüge und die Unterführung. Foto: Thomas F. Starke

Von Peter Bollig

Bielefeld (WB). Sie wird zwar drei Millionen Euro teurer als geplant, aber sie kann bald beginnen: Im Januar 2019 plant die Deutsche Bahn den Spatenstich für die Sanierung des Brackweder Bahnhofs – der dann größten Bahnhofsmaßnahme in ganz Westfalen.

Nach dem Ende der Ausschreibung steht jetzt fest: Mit 17 statt der anvisierten 14 Millionen Euro – Anfang 2018 war noch von 12 Millionen die Rede – liegen die Kosten deutlich über dem geplanten Ansatz. Mit den Mitteln aus der Modernisierungsoffensive 3 wird die Brackweder Station vor allem in puncto Barrierefreiheit auf den heutigen Stand gebracht. Sie soll aber auch schöner und sicherer werden.

Für die Planer ist das Projekt verbunden mit einigen Herausforderungen: So läuft es parallel zur Erneuerung von drei Bahnbrücken in Bielefeld, und der Bahnhof soll während der rund dreijährigen Bauphase in Betrieb bleiben. Das funktioniere, indem einzelne Gleise abschnittsweise gesperrt würden – angesichts der hohen Zugfrequenz auf dieser Strecke kein leichtes Unterfangen, wie Martin Nowosad, Leiter des Bahnhofsmanagements in OWL, der Brackweder Bezirksvertretung berichtete.

Rhein-Ruhr-Express hält Ende 2019

Kai Schulte, stellvertretender Geschäftsführer des Verkehrsverbundes OWL (VVOWL) machte klar, dass sich die Sanierung lohnt, denn 2150 Reisende steigen in Brackwede pro Werktag ein oder aus, viele Regionalzüge machen an dem Bahnhof Halt – von Ende 2019 an auch der Rhein-Ruhr-Express (RRX). Schulte geht davon aus, dass nach der Sanierung die Zahl der Kunden weiter steigt. An einzelne Züge sollen daher weitere Waggons angekoppelt werden. Der Ausbau des RRX-Netzes sei auch der Grund, warum Brackwede einer der ersten von 35 Bahnhöfen sei, die im Zuge der Modernisierungsoffensive 3 zwischen 2018 und 2023 erneuert werden.

Nach dem Spatenstich werden die beiden Bahnsteige an den Gleisen 1/2 sowie 3/4 neu gebaut. Sie werden 190 Meter lang mit der baulichen Vorbereitung einer späteren Verlängerung auf 220 Meter, falls eines Tages der Bedarf dazu besteht. Die neuen Bahnsteige werden mit 76 Zentimetern höher sein als die alten, damit Züge leichter bestiegen werden können. Die größere Höhe und Schraffuren sollen leichtsinnige Menschen auch davon abhalten, die Gleise zu überqueren oder zu nah an die Bahnsteigkante zu treten.

Rampe als Zugang

Der dritte Bahnsteig, Haltepunkt für den Haller Willem, war schon erhöht worden, ihm fehlt aber noch der barrierefreie Zugang. Der soll an allen drei Bahnsteigen erreicht werden, indem jeweils ein Aufzug eingebaut wird, zusätzlich zu den Treppen. »Durchlader« nennt Martin Nowosad die Aufzüge, weil man auf einer Seite ein-, auf der anderen aussteigt, ohne sich mit Gepäck oder Fahrrad in der Kabine umdrehen zu müssen.

Die Treppen zu den Bahnsteigen werden ebenso erneuert wie die überdachte Rampe als Zugang von der Eisenbahnstraße zur Unterführung, die den Bahnhofsvorplatz an die Bahnsteige anbindet. Die Tunnelunterführung wird mit vorgefertigten Elementen ebenfalls neu gebaut. Sie führt nicht nur zu den Zügen, sondern unter den Schienen hindurch weiter bis zur Unterquerung des Ostwestfalendammes. Sie ist damit Teil der wichtigen Verbindung für Radler und Fußgänger zur Osnabrücker Straße – und somit des kürzesten Weges zwischen Brackwede und Quelle.

Maßnahme soll 2021 fertig sein

Der Zustand des Tunnels wird schon lange beklagt. Tatsächlich gebe es keine auffällige Kriminalität, sagte Martin Nowosad, aber die Nutzer fühlten sich dort unsicher. Das soll durch den Neubau beendet werden. Nicht saniert wird indes das Bahnhofsgebäude selbst, das vor einigen Jahren von der Stadt aufgekauft wurde.

Während der Bauphase können Reisende die Bahnsteige über eine Behelfsbrücke von der Eisenbahnstraße aus erreichen. Aus Kostengründen reicht die allerdings nicht bis zur OWD-Unterführung, so dass es in dieser Zeit keine direkte Verbindung zwischen Quelle und Brackwede über die Gleisanlagen hinweg geben wird. Ende 2021 soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein.

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