Do., 29.11.2018

Bielefelder unter den 100 innovativsten Jungunternehmen Deutschlands Zwei Sterne am Start-up-Himmel

Bundesweit beachtete Start-up-Unternehmer aus Bielefeld: Margin-Finanzchefin Irene Binder sowie die ­Semalytix-Mitgründer Janik Jaskolski (Mitte) und Matthias Hartung.

Bundesweit beachtete Start-up-Unternehmer aus Bielefeld: Margin-Finanzchefin Irene Binder sowie die ­Semalytix-Mitgründer Janik Jaskolski (Mitte) und Matthias Hartung. Foto: Oliver Schwabe

Von Oliver Horst

Bielefeld (WB). Zwei Bielefelder Start-ups aus der Gründerschmiede Founders Foundation zählen laut Expertenmeinung zu den 100 innovativsten Jungunternehmen in Deutschland: Margin entwickelt Software für den Handel mit Kryptowährungen. Semaly­tix erstellt mithilfe Künstlicher Intelligenz Auswertungen für Pharmakonzerne – und landete mit dieser Geschäftsidee sogar unter den besten zehn Start-ups.

Eine Expertenjury aus 42 Persönlichkeiten – darunter Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer, der aus der TV-Sendung »Höhle der Löwen« bekannte Investor Frank Thelen oder auch Ex-Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) – wählten aus 650 Bewerbungen die 100 Start-up-Firmen mit den innovativsten Ideen aus. Initiiert wurde die Liste vom Szenemagazin »The Hundert«.

Zu den zehn besten Jungunternehmen, die ihre Geschäftsidee bei einer Start-up-Party in Berlin präsentierten, zählt Semaly­tix. Das 2015 gegründete Unternehmen hat seinen Ursprung im Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (Citec) der Uni Bielefeld. Mit fünf Gründern gestartet und 2016 für sechs Monate in der Founders Foundation entwickelt, arbeiten inzwischen 45 Mitarbeiter aus 17 Nationen an Analysetools für Pharmakonzerne wie Boehringer Ingelheim oder Teile der Bayer AG.

Kernaussagen filtern, bewerten und zusammenfassen

»Von anderen unterscheiden wir uns, weil wir neben der Trendanalyse auch eine semantische Analyse liefern können, warum sich zum Beispiel ein Produkt in einem bestimmten Markt gut oder schlecht verkauft«, sagt Janik Jaskolski (31). Semaly­tix setzt dazu auf »Künstliche Intelligenz, die eine menschenähnliche Lesefähigkeit besitzt«. Die Technologie könne aus Texten wie etwa Veröffentlichungen zu oder ärztlichen Bewertungen von Pharmastudien die Kernaussagen filtern, bewerten, zusammenfassen.

In diesem Jahr wird Semaly­tix rund 1,4 Millionen Euro umsetzen – und wie in den Vorjahren profitabel arbeiten. Ein Investor hat gerade 1,1 Millionen ins Start-up gegeben, um die Entwicklung der Produkte unabhängig von einzelnen Auftraggebern zu forcieren. Neben der Internationalisierung ist in einem weiteren Schritt auch eine Lösung etwa für die Finanzbranche denkbar. Um die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen und weitere Talente zu gewinnen, wurde eine Zweigniederlassung in Lissabon eröffnet, sagt Mitgründer Matthias Hartung (38).

Software für den Kryptohandel

Ebenfalls im Citec hat Margin 2014 seine Anfänge genommen. 2016 war das Unternehmen dann eines der Pioniere in der Founders Foundation. »Unsere Software für den Kryptohandel nimmt dem Nutzer die ganze technische Arbeit ab«, sagt Finanzchefin Irene Binder (51). 6000 private und erste institutionelle Nutzer zählt Margin inzwischen international. Im laufenden Jahr soll sich der Umsatz des Start-ups mit 13 Mitarbeitern aus aller Welt auf eine halbe Million Euro belaufen. Die Vision ist, die Standardlösung für den Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin zu werden.

Für die Founders Foundation ist die Auszeichnung der zwei Start-ups Bestätigung der eigenen Arbeit und auch Beleg dafür, dass junge Tech-Firmen aus OWL heraus erfolgreich sein können.

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