Konzert in der Bielefelder Seidenstickerhalle vor mehr als 4000 Fans
Shanty-Rocker huldigen der Seefahrerromantik

Bielefeld (WB). Eine riesige Schiffsschraube schwebt über der Bühne. Man hört das Meer toben. Man meint die Brandung und die Gischt zu fühlen in der Seidenstickerhalle. Als die Scheinwerfer grell aufleuchten, steht ein Schiff samt sieben Mann Besatzung im Rampenlicht - »Santiano« ist da. Und die Männer dort oben auf den Planken tun, was sie am besten können: Sie singen Shantys und rocken, was das Zeug hält.

Montag, 10.12.2018, 11:44 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 12:07 Uhr
Björn Both (rechts) und Hans-Timm Hinrichsen auf der Bühne der Seidensticker. Foto: Olver Schwabe
Björn Both (rechts) und Hans-Timm Hinrichsen auf der Bühne der Seidensticker. Foto: Olver Schwabe

»Santiano« sind erst zehn Minuten auf der Bühne, und schon beim dritten Lied gehen die mehr als 4000 Fans begeistert mit. Von dem heterogenen Publikum, egal ob Großeltern mit ihren Enkeln, Familien, Paare oder Cliquen, mit Liedern von Liebe, Freiheit, Meer und Tod trennt sie nichts. »Santiano« begeistern ihre Fans in allen Stimmungslagen.

Es gibt Momente, in denen man eine Stecknadel fallen hören könnte, dann wieder wird lauthals mitgesungen und geklatscht. Sänger Björn Both im schwarzen T-Shirt sieht aus wie die Galionsfigur eines Schiffes, und unter ihm ist das Meer der Fans in Aufruhr. Er versteht es, den Funken zwischen Bühne und Zuschauerraum zu entzünden und zur Flamme anzufachen.

»Santiano« ist live eine Naturgewalt

Santiano entführen Bielefeld auf die hohe See

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  • Foto: Oliver Schwabe
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Wenn die Band auf die Bühne geht, bäumt sich das Schiff im Sturm auf, dann peitscht der Wind, und die Möwen kreischen. Auch weit weg vom rauen Norden, weit weg vom Salzwasser, sind »Santiano« live eine Naturgewalt. Die Band drückt in den richtigen Momenten aufs Tempo, hält zum richtigen Zeitpunkt inne und nimmt genau an der richtigen Stelle wieder Kurs auf den Sturm. Das macht Spaß und ist selbst beim dritten Konzertbesuch immer noch ein Erlebnis. Und nach wenigen Minuten hält die Zuschauer nichts auf ihren Stühlen: »Eigentlich müsste man bei ›Santiano‹ keinen Sitzplatz buchen«, sagt eine Bielefelderin: »Ich hätte ihn jedenfalls nicht gebraucht.«

»Santiano« wissen, wie man das Publikum bei Laune hält. Zum Beispiel mit reichlich Pyrotechnik, imposanten Licht und perfektem Sound - eine beeindruckende Bühnenshow der Nord-Rocker. Im mitreißenden Song »Mädchen von Haithabu« verneigen sich »Santiano« vor dem kürzlich zum Weltkulturerbe ernannten Wikingerdorf und laden die Fans zu einer Zeitreise in die Ära der Wikinger und ihrer schönen Frauen ein.

»Santiano« ahoi!

Denn wer ständig hart am Wind segelt, der darf auch mal die Gläser klingen lassen – und bekanntlich kann niemand so ausgelassen feiern wie die Mädchen von Haithabu. Mit einer eindringlichen Warnung vor dem Verlust der immer wieder vehement besungenen Freiheit moderiert Frontmann Björn Both den Song »Frei wie der Wind« an: »Bielefeld - lasst Euch nicht vereinnahmen!«

Man hört das gut zweistündige Konzert der Shanty-Rocker weniger mit den Ohren, eher mit dem Solarplexus. Euphorie, Jubel: Beim Song »Männer mit Bärten« schwappt die Stimmung endgültig über. Eine herausragende Show. »Santiano« ahoi!

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