Mo., 10.12.2018

TÜV-Bericht sieht keine Beanstandungen in OWL – Nur in Mettmann gab es Probleme Stickoxid-Messstellen stehen richtig

Die Messstelle an der Bahnhofstraße in Paderborn.

Die Messstelle an der Bahnhofstraße in Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Bielefeld/Paderborn/Halle (WB/mba). 132 der 133 Messstationen für die Überwachung der Stickstoffdioxid-Belastung der Luft in NRW stehen richtig. Das ergab eine Untersuchung des TÜV Rheinland, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) mit.

Auch an den Messstellen in Halle vor dem Amtsgericht und in Paderborn (Bahnhof-, Friedrich­straße und im Stadtteil Schloß Neuhaus) sowie in Bielefeld (Stapenhorst-, Bleich-, Detmolder Straße und Jahnplatz) gibt es nach Angaben des Lanuv nichts zu beanstanden. Anlass für die Untersuchung im Auftrag des Landesumweltamtes war die Kritik, dass die Messstellen nicht an den richtigen Stellen stünden – etwa zu nah an Straßen oder unter Hindernissen wie Bäumen, die die Messergebnisse beeinflussten.

Bis auf eine Messstelle in Mettmann hätten Abstände, Höhen und Anforderungen an die Umgebung des jeweiligen Messpunktes den Vorgaben der Luftqualitätsrichtlinie entsprochen, urteilten die Prüfer. In Mettmann hätten sich im Laufe dieses Jahres die Standortbedingungen wegen einer umfangreichen Baumaßnahme geändert. »Dadurch ist die Einhaltung der Anforderungen nicht mehr gegeben«, hieß es. Der Prüfbericht umfasst 1337 Seiten.

Grenzwert an 49 Stellen überschritten

Die Debatte um die Messorte hatte zuletzt durch gerichtliche Anordnungen von Fahrverbotszonen etwa in Köln und Essen an Schärfe zugenommen. Die Zonen sollen im April in Kraft treten. Gegen das Kölner Urteil hat das Land bereits Berufung eingelegt, im Essener Fall wurde derselbe Schritt angekündigt. Erlaubt sind EU-weit höchstens 40 Mikrogramm des gesundheitsschädlichen Reizgases je Kubikmeter Luft im Jahresmittel. 2017 hatte das ­Lanuv an 127 Stationen Jahreswerte ermittelt. Der Grenzwert wurde an 49 Messstellen überschritten.

Stickstoffoxide, kurz Stickoxide genannt, sind giftige und gesundheitsschädliche Gase mit der chemischen Formel NOx. Sie können unter anderem Atemwege und Augen reizen. Besonders gefährdet sind Menschen, die in der Stadt leben. Auf Dauer kann es zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zur Störung der Lungenfunktion kommen. Stickoxide sind unerwünschte Nebenprodukte in Kfz-Motoren – besonders Diesel – oder entstehen beim Verbrennen von Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfällen. Sie tragen zur Bildung von Feinstaub bei. Wichtige Verbindungen sind Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2).

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