Di., 11.12.2018

Bielefelder Radaranlage löste schon 1,86 Millionen Mal aus Zehn Jahre A 2-Blitzer 

Die Bielefelder Radaranlage an der A 2.

Die Bielefelder Radaranlage an der A 2. Foto: Pierel

Bielefeld (WB/hz). Deutschlands bekannteste und wohl auch ertragreichste Radaranlage wird heute zehn Jahre alt. Am 11. Dezember 2008 ging der Blitzer am Berg an der Tempo-100-Zone der Autobahn 2 bei Bielefeld-Lämershagen in Betrieb.

Seitdem leistet der digitale Starenkasten im Dienst der Stadt Bielefeld an der kurvigen Gefällstrecke des Bielefelder Berges in Fahrtrichtung Hannover Schwerarbeit. Die bereits 20 Monate nach Start getroffene Aussage eines deutschen Nachrichtensenders »Keiner blitzt öfter, nirgends« gilt bis heute. Inzwischen steuert die Stadtkasse Bielefeld, der per Gesetz die Verwarn- und Bußgelder zustehen, auf Rekord-Einnahmen von 70 Millionen Euro zu.

227.179,01 Euro Investitionskosten, 62,22 Millionen Euro Einnahmen

Hier die nackten Zahlen zur digitalen Radaranlage für die drei Fahrspuren auf der Strecke mit vier Prozent Gefälle: Gekostet hat der Blitzer beim Kauf vor zehn Jahren 155.414 Euro, heißt es vom Bielefelder Ordnungsamt. Dazu kamen Installationskosten von 11.765,01 Euro. Vergangenes Jahr wurden für etwa 60.000 Euro die Kameras ausgetauscht. Das macht unter dem Strich 227.179,01 Euro Investitionskosten. Dazu kommen die Personalkosten im Ordnungsamt für 28 Stellen, um die Tempoverstöße zu ahnden.

Vom Start am 11. Dezember 2008 bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres stehen dem Einnahmen aus Verwarn- und Bußgeldern in Höhe von 62,22 Millionen Euro gegenüber. Dieses Jahr, so die Schätzung, kommen 6,3 Millionen Euro dazu. Das Rekordjahr 2009 mit zehn Millionen Euro Einnahmen bei 134.779 Verstößen ist bis heute unerreicht.

Durchschnittlich 510 Raser-Fotos pro Tag

Bis zum Dienstag der Vorwoche löste der Starenkasten 1,86 Millionen Mal aus. Dies sind durchschnittlich 510 Fotos am Tag. Empfänger derartiger Bilder waren auch Prominente wie Sänger Peter Maffay, Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth oder Schauspielerin Simone Thomalla.

Installiert wurde der Blitzer am Berg zur Verhütung schwerer Unfälle. Obwohl in dem Bereich nach Auskunft der Polizei seit dem Jahr 1995 Tempo 100 gilt, interessierte das viele Autofahrer nicht. Wohnwagengespanne schleuderten ebenso wie Sattelzüge quer über die A 2. 541 Geschwindigkeitsverstöße in sieben Stunden stellte die Polizei im Oktober 2007 fest. Zehn Jahre nach Blitzerstart gebe es keine schweren Unfälle mehr. Und es werde deutlich weniger gerast, heißt es von der Stadt Bielefeld.

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