Do., 13.12.2018

Opfer (56) wird nach der Tat in Bielefeld notoperiert – Verdächtiger in Fachklinik eingewiesen Messerangriff auf Nachbarin

Ermittler der Spurensicherung untersuchen den Tatort an der Senner Straße.

Ermittler der Spurensicherung untersuchen den Tatort an der Senner Straße. Foto: Christian Müller

Bielefeld (WB/cm/hz/peb). Der psychisch kranke Mann (53), der am Dienstagabend bei einer Messerattacke seine 56-jährige Nachbarin schwer verletzt haben soll, ist am Mittwoch in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden.

 Die Bewohnerin des Brackweder Mehrfamilienhaus an der Senner Straße war durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Der mutmaßliche Täter wurde kurz nach der Bluttat festgenommen. Die Staatsanwaltschaft und eine siebenköpfige Mordkommission der Kripo ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei klingelte der türkischstämmige Tatverdächtige am Dienstag gegen 18.50 Uhr an der Wohnungstür seiner deutschen Nachbarin an der Senner Straße. Beide wohnen jeweils alleine im Erdgeschoss eines Acht-Parteien-Hauses nahe der Einmündung Ahlener Straße.

Unvermittelt soll der 53-Jährige an der Wohnungstür seines Opfers viermal mit einem Messer auf die ahnungslose Frau eingestochen haben. Als der Mann dann wieder in seine Wohnung ging, flüchtete das Opfer einer Augenzeugin zufolge auf die Grundstücksauffahrt und schrie um Hilfe. Nachbarn brachten die Frau im Treppenhaus in Sicherheit und alarmierten Polizei und Rettungsdienst.

Die Frau, die Messerstiche in Bauch und Rücken erlitten hatte, wurde in einem Bielefelder Krankenhaus notoperiert. Nach Angaben des ermittelnden Staatsanwaltes Veit Walter erlitt die Frau lebensgefährliche Verletzungen. Das Opfer der Bluttat war nach Polizeiangaben gestern wieder ansprechbar, ihr Zustand sei den »Umständen entsprechend gut«.

Das Motiv ist unklar

Polizisten stellten den Tatverdächtigen in seiner Wohnung. »Der Mann machte aufs Klingeln der Beamten hin auf und ließ sich widerstandslos festnehmen«, sagte Polizeisprecher Michael Kötter.

Nach Informationen dieser Zeitung soll der 53-Jährige bereits seit längerem an einer schizophrenen Erkrankung leiden und in Behandlung sein. Das Motiv für die Tat sei noch unklar, der Tatverdächtige schweige, sagte Staatsanwalt Walter. Nachbarn äußerten sich gestern besorgt und befürchten, dass von dem Mann weiterhin eine Gefahr ausgehen könnte. Allerdings beschrieben sie ihn auch als ruhig und bis dahin unauffällig. Sowohl der Tatverdächtige als auch das Opfer sollen noch nicht lange in dem Haus wohnen. Dem Vernehmen nach war der türkischstämmige Tatverdächtige gerade erst zur Behandlung in einer Klinik.

Eine Waffe wurde laut Staatsanwaltschaft sichergestellt. Ob es sich um die Tatwaffe handelt, wird untersucht. Mordermittler sicherten gestern stundenlang Spuren am Tatort. Der Verdächtige wurde gestern Nachmittag im Amtsgericht einem Ermittlungsrichter vorgeführt und in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

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