Fr., 14.12.2018

Gericht ordnet zusätzlich die Sicherheitsverwahrung an Angriff im Knast: Angeklagter muss acht Jahre in Haft

Das Landgericht in Bielefeld.

Das Landgericht in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB/dpa). Im Prozess um den Angriff im Knast ist das Urteil vor dem Landgericht Bielefeld gefallen: Der Angeklagte muss acht Jahre in Haft.

Zusätzlich ordnete das Gericht die Sicherheitsverwahrung an. Die Staatsanwaltschaft hatte auf 13 Jahre Haft und Sicherheitsverwahrung für den 53 Jahre alten Angeklagten plädiert. Der Mann soll im Februar 2017 versucht haben, einen Mithäftling aus Rache zu töten.

Sein Anwalt sprach sich für eine Verurteilung lediglich wegen versuchter schwerer Körperverletzung aus . Nach seiner Auffassung handelte es sich um einen Streit unter Häftlingen. Vergleichbare Fälle gebe es immer wieder.

Der in China geborene deutsche Angeklagte sitzt bereits lebenslang im Gefängnis, weil er im Februar 2014 bei einem Amoklauf im Rheinland drei Morde, zwei Brandstiftungen und weitere schwere Straftaten begangen hatte.

Richter geht von weiteren Gewalttaten aus

Der Vorsitzende Richter ging bei dieser Vorgeschichte und der leicht reizbaren und immer wieder auf Rache ausgerichteten Persönlichkeit des Verurteilten von einem Hang zu weiteren Gewalttaten aus. Nach Ende der lebenslangen Haftstrafe soll überprüft werden, wie viele der zusätzlichen acht Jahre der Verurteilte noch absitzen muss.

Zu dem Angriff im Februar 2017 war es nach Überzeugung des Gerichts gekommen, weil der Mithäftling den 53-Jährigen im Gefängnis bei Düsseldorf wegen eines angekündigten Tötungsdeliktes verpfiffen hatte. Daraufhin verschärfte die Gefängnisleitung die Haftbedingungen. Nach einer Justizpanne trafen die beiden Männer in Bielefeld aufeinander und es kam zur Attacke.

Verteidiger will Revision einlegen

Der Verteidiger des 53-Jährigen kündigte an, vorsorglich Revision einzulegen. Für eine endgültige Entscheidung wolle er die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Staatsanwaltschaft und Nebenklage ließen zunächst offen, ob sie das Urteil akzeptieren.

Die Verteidigung hatte eine Strafe wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung beantragt. Die Anklage hatte auf versuchten Mord und damit auf eine fünf Jahre längere Haftstrafe plädiert. Dem schloss sich das Gericht nicht an. Die Richter sahen die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe nicht erfüllt.

 

 

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