Mo., 17.12.2018

Schnee vermiest dem Handel die Bilanz des verkaufsoffenen Sonntags Das Weihnachtswunder bleibt aus

Gut besucht, doch für einen verkaufsoffenen Sonntag in Bielefeld sei die »Frequenz mangelhaft« gewesen, so Thomas Kunz (Handelsverband).

Gut besucht, doch für einen verkaufsoffenen Sonntag in Bielefeld sei die »Frequenz mangelhaft« gewesen, so Thomas Kunz (Handelsverband). Foto: Mike-Dennis Müller

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Der Einzelhandel wartet noch auf die Bescherung, und auch der verkaufsoffene Sonntag am dritten Advent sei kein Grund zum Jubeln gewesen, sagt Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes. Der Schuldige: das Wetter.

»Ja, Schnee ist Mist«, ergänzt Henner Zimmat, Vorsitzender der Kaufmannschaft Altstadt. Aus Angst vor unsicheren Straßenverhältnissen seien die Kunden aus der Region wohl lieber daheim geblieben.

Uwe Mönninghoff, Filialgeschäftsführer Karstadt, spricht ebenfalls von »sehr verhaltener« Konsumlaune. Johannes Göke (Geschäftsleitung Peek & Cloppenburg und Vorsitzender der Werbegemeinschaft City) sagt, die Erwartungen des Handels an den verkaufsoffenen Sonntag seien hoch gewesen, jetzt komme es auf diese Woche an: »Die ist dafür entscheidend, ob noch ein zufrieden stellendes Ergebnis erzielt wird.« Der vergangene Freitag und Samstag seien »starke Tage« gewesen: »Deshalb tut uns der Sonntag nicht ganz so weh.« Voraussetzung für einen positiven Schlussspurt, so Kunz: »Trockenes und kaltes Wetter.«

Lederetuis sind begehrt

Auch im Jahnplatz Nr. 5 merkt Weihnachtsmann Florian Edler, dass der Präsentekauf offenbar stagniert: Eigentlich können Geschenke in spe dort zur Aufbewahrung abgegeben werden, darauf aber wartet er lange vergeblich. Christina Rüter dagegen hat alle Hände voll zu tun. Heiß begehrt seien ihre handlichen Lederetuis, die dank einer Metallhülle Kreditkarten auslesesicher machen würden. Und »total angesagt« seien Füllfederhalter, gern mit Goldfeder, inklusive Tintenfass. Die Geschäftsfrau ist überzeugt: »Handschriftliches gewinnt wieder an Wert.«

Buchhändlerin Heike Krüger (Thalia) kennt die Bestseller, die auf dem Gabentisch liegen werden: »’Muttertag’ von Nele Neuhaus und ‘Mittagsstunde’ von Dörte Hansen liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.« Sie räumt ein, dass so mancher Bildband, so manches Kochbuch als »Verlegenheitsgeschenke« erworben würde und macht dann auf ein Muss für die Silvesterfeier aufmerksam: Dinner-for-One-Partytröten.

Schwarz und Gold sind die Farben der Saison

Als »sehr wichtig« stuft Kerstin Rolfsmeyer (Inhaberin Caro fino) den verkaufsoffenen Sonntag ein: »Die Kunden besorgen noch Deko und Geschenke.« Schwarz und Gold seien die Farben der Saison, Hirsche in jeder Form und Größe die beliebtesten Dekoartikel zum Fest. Als Geschenk besonders gefragt: Kissen und Decken. Kerstin Rolfsmeyer: »Alles muss raus. In meinem Laden fängt im Januar das Frühjahr an.«

Weihnachtsmarkt-Urgestein Jutta Wörmeyer – seit 28 Jahren mit einem Stand vertreten – verkauft in dieser Saison besonders viele Plüschfaultiere: »Außerdem sind Wärmekissen der Hit – besonders bei diesem Wetter.« Ja, für Kuscheliges und Winterbekleidung passe das Wetter jetzt zwar, so Thomas Kunz, der Umsatz, der im zu warmen Herbst nicht erzielt worden sei, sei aber nicht aufholbar: »Da wird es wohl kein Weihnachtswunder für den Textilhandel geben.«

Der Handel setze jetzt auf den kommenden Samstag und dann volle Läden: »Der darf nicht wegbrechen.« Am Heiligabend selbst gingen vor allem Lebensmittel und Notgeschenke.

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