Mo., 07.01.2019

600 Schüler in Sicherheit gebracht – Polizei ermittelt wegen Brandstiftung Brand in Klassenzimmer: Gesamtschule evakuiert

Einsatz für Feuerwehr und Polizei in der Martin-Niemöller-Gesamtschule.

Einsatz für Feuerwehr und Polizei in der Martin-Niemöller-Gesamtschule. Foto: Christian Müller

Bielefeld (WB/hz/cm). Nach einem Feuer in einer der größten Schulen Bielefelds, der Martin-Niemöller-Gesamtschule an der Apfelstraße im Stadtteil Schildesche, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Brandstiftung. In einem Klassenraum gingen ein Mülleimer und ein Bücherregal in Flammen auf. Es war der zweite Brand in der Schule innerhalb von nur vier Wochen.

Wie Feuerwehr-Einsatzleiter Dirk Fortmeier berichtete, sei die Schule am Montagnachmittag nach Eintreffen der ersten Rettungskräfte von den Brandbekämpfern komplett evakuiert worden. Zu diesem Zeitpunkt lief noch der Betrieb für den sogenannten offenen Ganztag. Mehr als 600 Schüler und Pädagogen hätten das Gebäude verlassen und die drei Sammelpunkte für Evakuierungsmaßnahmen aufsuchen müssen. Menschen seien beim Feuer am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien jedoch nicht verletzt worden, sagte Fortmeier.

Schulpsychologin entdeckt zufällig den Brand

Um 15.28 Uhr lief der Alarm aus der Gesamtschule in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr auf. Eine Schulpsychologin hatte zuvor im ersten Obergeschoss der Gesamtschule zufällig Brandgeruch aus einem leer stehendem Klassenzimmer bemerkt und zunächst den Bereich um die Gefahrenstelle evakuiert. Im Raum hätten ein Mülleimer und ein Bücherregal in Flammen gestanden, sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter. Parallel zum Löschangriff der Brandbekämpfer sei das große, unübersichtliche Schulgebäude aus den 1970er Jahren komplett evakuiert worden.

Dass sich die Flammen im Klassenraum nicht weiter ausbreiten konnten, ist einem Hausmeister zu verdanken. »Der Mann hat bis zum Eintreffen der Feuerwehr den Brand mit einem Feuerlöscher bekämpft«, sagte Einsatzleiter Fortmeier. So habe der Angriffstrupp der Brandbekämpfer nur noch Restarbeiten mit einem Kleinlöschgerät durchführen müssen. Danach seien Fenster geöffnet und die Brandstelle gelüftet worden. Fortmeier schätzte den Schaden im Klassenzimmer auf etwa 1000 Euro. Am Löscheinsatz in der Gesamtschule beteiligt waren 30 Brandbekämpfer von der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Schildesche.

Vor vier Wochen brannte es schon einmal

Die Brandstelle in der Gesamtschule wurde von der Polizei für weitere Ermittlungen der Kripo zunächst beschlagnahmt. Ersten Informationen zufolge besteht der Verdacht der Brandstiftung. Bereits auf den Tag genau vor vier Wochen mussten Feuerwehrleute in der Gesamtschule schon einmal löschen. Am frühen Abend des 10. Dezember hatten Brandstifter während des Trainingsbetriebs in einer Sporthalle an der Apfelstraße gezündelt. Der oder die Täter sind bis heute nicht gefasst worden.

 

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