So., 13.01.2019

Show in der Rudolf-Oetker-Halle erinnert an das legendäre »Rat Pack« Eine Huldigung der Legenden

Frank Sinatra (Stephen Triffitt) beschert den Besuchern einen glamourösen Abend.

Frank Sinatra (Stephen Triffitt) beschert den Besuchern einen glamourösen Abend. Foto: Oliver Schwabe

Von Janina Bergemann

Bielefeld (WB). Auf den ersten Blick war es, als würde Ol‘ Blue Eyes alias Frank Sinatra höchstselbst die Bühne betreten, um die 1100 Zuschauer durch einen weiteren glamourösen Abend zu führen.

 

Die Ära der Swinging Sixties ist schon lange vorbei, und performt wurde am Samstagabend auch nicht im »Sands Hotel« in Las Vegas, sondern in der Rudolf-Oetker-Halle . Mit der Tribute-Show »Sinatra & Friends« sollte die Geburtsstunde des modernen Entertainments rundum das legendäre »Rat Pack« noch einmal aufleben.

Frank Sinatra, gespielt und gesungen von Stephen Triffitt, kam dafür natürlich nicht allein: Gemeinsam mit seinen Buddies Dean Martin (Mark Adams) und Sammy Davis Jr. (George Daniel Long) kam man den Originalen stimmlich und optisch ziemlich nahe. Mit »Come Fly With Me« eröffnete Frankieboy den Abend und erntete für »Strangers in the Night« Zwischenapplaus. Mit »That’s Amore« und »Volare« versetzte Dean Martin Darsteller Adams das Publikum ins Schunkeln. Auch Sammy Davis Jr. Darsteller George Daniel Long beherrschte Gesang und Mienenspiel des Originals fast perfekt, das zeigte er besonders eindrucksvoll bei »Mr. Bojangles«. Zu dritt überzeugte das »Rat Pack« mit »Leroy Brown« und »Mack the Knife«.

Begleitet wurde das »Rat Pack« von einer tadellos spielenden neunköpfigen Big Band und drei Background-Sängerinnen, den »Golddiggers«. Natürlich durfte auch das obligatorische Glas Whiskey nicht fehlen, schließlich forme das die Stimme. Und wie einst Frank & Co. feuerten die Darsteller zwischen den Songs einen Herrenwitz nach dem anderen heraus. Die Lässigkeit der Originale erreichten sie dabei aber nie, was auch daran liegt, dass solche Witze wie aus der Zeit gefallen wirken. Ein weiterer Grund war die Sprachbarriere, bis auf wenige Ausnahmen wurde auf Englisch rumgeblödelt. Beim überwiegend älteren Publikum konnte so nicht jeder Witz zünden.

Show lässt musikalisch keine Wünsche offen

Musikalisch ließ die Show keine Wünsche offen. Die Show ging zwar ohne das Duett zwischen Frank Sinatra und Tochter Nancy, das bei der Deutschlandpremiere 2016 noch im Programm war, über die Bühne, dafür aber mit allen anderen legendären Hits. Im zweiten Teil der Show hatte das Publikum hörbar am meisten Spaß. Nach »My Way« stand der halbe Saal und der Rest folgte als das »Rat Pack« – natürlich im Smoking – den finalen Song »New York, New York« anstimmte. Für einen kurzen Moment war die Illusion perfekt und es war so, als lausche man den drei Freunden von damals.

Der Charme und die Lässigkeit von damals geriet aber über das musikalische hinaus an seine Grenzen. Die Art der Inszenierung dürfte vor allem auf jüngere Zuschauer reichlich unmodern und angestaubt wirken. Für zukünftige Shows wäre es wünschenswert sich von der reinen Kopie der Legenden zu lösen und die unvergesslichen Hits auf eine zeitgemäßere Art und Weise zu präsentieren. Denn so wie die Show jetzt aufgestellt ist, reicht es, sich die Original-Aufnahmen anzuschauen, um in Erinnerungen zu schwelgen.

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