Mo., 14.01.2019

Debatte um Orte zur Würdigung der in Afghanistan getöteten Bielefelder Soldaten Soldaten-Gedenken: Erste Vorschläge liegen vor

An diesem Heeper Kriegerdenkmal könnte künftig auch der getötete Soldat Alexej Kobelew gewürdigt werden.

An diesem Heeper Kriegerdenkmal könnte künftig auch der getötete Soldat Alexej Kobelew gewürdigt werden.

Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). Die Pläne zur Würdigung der beiden in Afghanistan getöteten Bielefelder Soldaten konkretisieren sich. So gibt es in Heepen nach WESTFALEN-BLATT-Informationen den Vorschlag, Alexej Kobelew am Kriegerdenkmal gegenüber der evangelischen Peter-und-Pauls-Kirche zu würdigen. Unterdessen schlägt die Familie des gestorbenen Martin Augu­styniak vor, dem Soldaten einen Platz in Quelle zwischen Waldbreede/Niederbreede zu widmen.

Alexej Kobelew Foto: dpa

Der Bürgerausschuss hatte einen Bürgerantrag befürwortet, Straßen oder Plätze nach den beiden Soldaten zu benennen, aber die Entscheidungen an die Bezirksvertretungen Heepen und Brackwede weitergereicht.

Alexej Kobelew (23) war 2011 im Afghanistan-Einsatz getötet worden. Gemeinsam mit fünf weiteren Soldaten war er mit einem Panzer in der Nähe von Kundus in eine Sprengfalle geraten. Kobelew starb noch am Anschlagsort, seine fünf Kameraden wurden verletzt.

»Das ist ein zentraler Ort.«

Die Bezirksvertretung Heepen diskutierte bereits nicht-öffentlich über die Art des Gedenkens. Man sei sich einig, Kobelew besonders zu würdigen, sagt Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage. Allerdings sei es meist schwierig, zeitnah geeignete und freie Straßen zu finden, die man dann nach dem Soldaten benennen könnte. Deswegen gehe die Tendenz dahin, Kobelew an dem Kriegerdenkmal gegenüber der Kirche zu würdigen. »Das ist ein zentraler Ort, an dem Gedenk-Veranstaltungen stattfinden«, sagt Sternbacher und verweist unter anderem auf den Volkstrauertag.

An so einem auffälligen Ort sei gesichert, dass der Name von Kobelew immer wieder in Erinnerung gerufen werde, meint Sternbacher. Aber zunächst müsse der Vorschlag noch von der Denkmalschutzbehörde geprüft werden. Wenn die Bezirksvertretung Heepen der Lösung zustimme, wolle man Kobelews Familie dann den Vorschlag unterbreiten.

Martin Augustyniak Foto: dpa Brackweder Politiker beraten am Donnerstag

Die Bezirksvertretung Brackwede diskutiert in der Sitzung am Donnerstag, 17. Januar, ab 16 Uhr im Sitzungssaal des Bezirksamts über eine Würdigung Martin Augustyniaks. Dort hatte das Thema in der vergangenen Sitzung Wellen geschlagen. Grüne und Linke wollten einer Straßen- oder Platzbenennung nicht zustimmen, die SPD meldete noch Beratungsbedarf an. Das Thema wurde deshalb vertagt.

Jetzt schlägt die Familie des am Karfreitag 2010 in Afghanistan getöteten Soldaten selbst einen Gedenkort vor. Dabei geht es um einen dreieckigen Platz zwischen den Straßen Waldbreede und Niederbreede. Der Ort ist ganz in der Nähe des Elternhauses von Augu­styniak. »Der Platz ist aus meiner Sicht ideal. Martin ist in dieser Siedlung aufgewachsen. Viele Menschen, die hier wohnen, kannten ihn«, sagt Augustyniaks Mutter Ursula Wolf. Ihre Idee: Man könnte auf dem Platz eine Bank oder einen Findling ihrem Sohn widmen und mit einer Gedenktafel auf Augu­styniak hinweisen.

Zudem glaubt Ursula Wolf, dass die Lösung »relativ unkompliziert« sei. »Eine Debatte um eine Neu- oder Umbenennung von Straßen mit einer möglichen Befragung von Anwohnern ist viel komplizierter und dauert viel länger.«

Kommentare

Hat dieser einzelne Tote der weltweiten Kriege irgend etwas Besonders geleistet, dass er für alle Ewigkeiten ein Denkmal verdient hat? In den Augen der Familie ist der Tod sicherlich erinnernswert – alle weiter Heldenstilisierung aber komplett übertrieben.

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