Di., 15.01.2019

Leichenfund in Bielefeld-Vilsendorf – Ehemann sitzt unter Mordverdacht im Gefängnis – mit Video Vermisste Frau aus Bünde ermordet in Garage entdeckt

Bielefeld-Vilsendorf, Blackenfeld: In einer der Garagen auf der rechten Seite war die Leiche von Natalie W. versteckt.

Bielefeld-Vilsendorf, Blackenfeld: In einer der Garagen auf der rechten Seite war die Leiche von Natalie W. versteckt. Foto: Christian Althoff

Von Christian Althoff

Bielefeld (WB). Die seit 2017 vermisste Natalie W. (34) aus Bünde ist tot. Die Leiche der zweifachen Mutter wurde, wie berichtet, am Freitag in Bielefeld in einer Garage entdeckt. Ihr Ehemann steht unter Mordverdacht.

Die Backwarenverkäuferin lebte in Bünde mit ihrem Mann Markus W. (47) und zwei Kindern – einem Sohn aus erster Ehe und einer gemeinsamen, neun Jahre alten Tochter. Am 30. November 2017 wurde Natalie W. vermisst gemeldet, aber nicht von ihrem Mann, sondern von Verwandten. Sie glaubten von Anfang an nicht an ein freiwilliges Verschwinden der Frau. »Natalie hätte ihre Kinder nie zurückgelassen«, sagt ein Angehöriger.

Angeblich soll die Kripo Herford die Vermisstenanzeige seinerzeit nicht ernstgenommen haben, so dass die Mordermittler im Bielefelder Polizeipräsidium erst Ende 2018 von dem Fall erfuhren und ihn übernahmen. Weil weitere Umstände dagegen sprachen, dass Natalie W. noch lebte (u.a. wurden Konto- und Krankenkarte nicht mehr benutzt) durchsuchten Polizisten am 15. November 2018 das gemietete Haus der Familie an der Rödinghauser Straße in Bünde – und fanden das Handy der Vermissten. Markus W. wurde festgenommen und kam wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er gab an, er wisse nichts über den Verbleib seiner Frau, und beauftragte Strafverteidiger Dr. Holger Rostek.

D ie Mordkommission wandte sich mit einem Foto der 34-Jährigen an die Öffentlichkeit und fragte, ob jemand Natalie W. seit ihrem Verschwinden noch einmal gesehen habe. »Es meldete sich aber niemand«, sagt Ralf Östermann, Leiter der Mordkommission.

Was die Kripo nicht ahnte: Der Lkw-Fahrer, der bis zu seiner Festnahme in einer Möbelfabrik in Niedersachsen gearbeitet haben soll, hatte in Bielefeld-Vilsendorf eine Garage gemietet, etwa 20 Kilometer von seiner Anschrift entfernt. Die Garage gehört wie 18 andere zu einem Komplex mit Eigentumswohnungen. Als Markus W. wegen seiner Inhaftierung keine Miete mehr zahlte, öffnete der Besitzer die Garage am vergangenen Freitag und sah nach. Polizeisprecherin Hella Christoph: »Er entdeckte eine Kiste, in der die Tote lag.«

Eine Nachbarin: »Als ich unseren Kleinen am Freitag vom Kindergarten holte, arbeiteten Polizisten mit weißen Overalls auf dem Garagenhof.« Erst später habe sie erfahren, was geschehen sei. »Wir haben dort auch eine Garage, aber nie etwas Verdächtiges gerochen.«

Die Obduktion ergab, dass Natalie W. umgebracht wurde. Bis gestern soll ihr Ehemann von der Mordkommission nicht über den Fund informiert worden sein. »Ich gehe aber davon aus, dass er es inzwischen im Radio gehört hat«, sagte sein Anwalt Dr. Holger Rostek. Er will den Untersuchungshäftling heute besuchen. 

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