Prozess um vergiftete Pausenbrote: Toxikologe sagt aus
Schlechte Blutwerte

Bielefeld (WB). Im Prozess um die vergifteten Pausenbrote hat am Dienstag ein Toxikologe die Ergebnisse einer Untersuchung von Menschen aus dem Umfeld des Angeklagten Klaus O. (57) vorgestellt. Dr. Justus Beike von der Gerichtsmedizin in Münster sagte, dass man vor allem bei zwei Arbeitskollegen erhöhte Werte von Blei und Kadmium festgestellt habe. Beike: »Die liegen weit über dem Durchschnittswert der Gesamtbevölkerung.«

Mittwoch, 16.01.2019, 04:30 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 07:38 Uhr
Mit einem blauen Aktendeckel hat sich der 57-jährige Klaus O. im Gerichtssaal vor den Kameras geschützt. Neben ihm stehen seine Verteidiger Christina Peterhanwahr und Henning Jansen. Foto: Wolfgang Wotke
Mit einem blauen Aktendeckel hat sich der 57-jährige Klaus O. im Gerichtssaal vor den Kameras geschützt. Neben ihm stehen seine Verteidiger Christina Peterhanwahr und Henning Jansen. Foto: Wolfgang Wotke

Im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Bielefeld nach der Festnahme von O. die Untersuchungen in Auftrag gegeben. Daraufhin wurden von elf Mitarbeitern Blut- und Urinproben genommen. Diese wurden dann an ein Fachinstitut nach Bremen geschickt und dort von Experten analysiert. Darunter waren auch Proben von drei Nebenklägern, die laut Anklage von Klaus O. am Arbeitsplatz des Armaturen-Herstellers Ari vergiftet worden sein sollen. Bei Simon R., so der Toxikologe, sei eine hohe Konzentration von Blei und Kadmium nachgewiesen worden. »Weit über die Grenze, die in der Arbeitsmedizin festgelegt ist.« Ebenso bei Udo B., der seit Monaten Dialysepatient ist. Bei dem im Koma liegenden Nick N. habe man nur den Urin untersuchen können. »Da gab es allerdings keine besonderen Auffälligkeiten.«

Beschuldigter schweigt

Der Vorsitzende Richter am Landgericht Bielefeld, Dr. Georg Zimmermann, hat es in diesem Verfahren nicht leicht, denn der Beschuldigte schweigt zu den Vorwürfen. Er zeigt im Gerichtssaal keine Emotionen, seine Gesichtszüge sind nahezu regungslos, sein Blick ist stets kalt. Zimmermann muss bald mit seiner Kammer ein Urteil fällen, und man spürt, dass ihn die Schicksale der drei Nebenkläger bei all seiner Professionalität berühren. Das merkt man an der Art, wie er diese Hauptverhandlung führt, wie er die Zeugen behandelt, wie er mit den Prozessbeteiligten spricht. Es ist für ihn schwer, Licht in das Dunkel des geheimnisvollen Angeklagten zu bringen. Deshalb soll am Mittwoch, 23. Januar, eine Freundin der Ehefrau von Klaus O. in den Zeugenstand und ein Vorarbeiter des Armaturen-Herstellers, der jahrelang mit dem 57-Jährigen ­zusammengearbeitet hat.

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