Do., 24.01.2019

Tierpark Olderdissen kann sich Herkunft nicht erklären Metallteil im Bein von Jungwölfin Ylvi entdeckt

Deutlich zu erkennen ist die Stelle an Ylvis linkem Vorderlauf, an der das Fell für die Untersuchung abrasiert wurde.

Deutlich zu erkennen ist die Stelle an Ylvis linkem Vorderlauf, an der das Fell für die Untersuchung abrasiert wurde. Foto: Oliver Schwabe

Von Hendrik Uffmann

Bielefeld (WB). Ylvi, eine der jungen Wölfinnen im Tierpark Olderdissen, ist verletzt. Bei einer Untersuchung haben Tierärzte ein Metallteil – neun Millimeter lang und drei Millimeter breit – im Ellenbogengelenk ihres linken Vorderbeins entdeckt.

Wenn die acht Monate alte Wölfin durch das Gehege läuft, humpelt sie. Am linken Vorderlauf der jungen Wölfin im Tierpark Olderdissen ist das Fell teilweise abrasiert – notwendig für die Untersuchung und Operation in der Tierklinik Bielefeld. »Bislang hat sich Ylvi aber wieder gut in das Rudel eingefügt. Sie frisst und wird von den anderen Wölfen akzeptiert«, sagt Revierpflegerin Andrea Günnemann.

Wie und wann das Metallteil in das Gelenk der jungen Wölfin, die Mutter Rieke, wie berichtet, im vergangenen Sommer im Tierpark Olderdissen mit ihren Geschwistern Bjelle und Odin zur Welt gebracht hatte, geraten ist, ist rätselhaft, sagt Tierpark-Leiter Herbert Linnemann. »Es ist uns unverständlich, wie das passieren konnte.« Möglicherweise, so Andrea Günnemann, könnte sich Ylvi das Metallteil schon vor längerer Zeit beim wilden Herumtollen mit ihren Geschwistern zugezogen haben.

»Es ist weder eine äußere Verletzung noch eine Narbe zu erkennen.«

Genau lasse sich die Herkunft des Metallstücks jedoch nicht rekonstruieren, sagt Dr. Kristiane Loth, Oberärztin an der Anicura-Tierklinik Bielefeld, die die junge Wölfin untersucht hat. »Es ist weder eine äußere Verletzung noch eine Narbe zu erkennen.« Aufgefallen waren die Probleme Mitte Dezember, als die Pfleger bemerkten, dass Ylvi humpelte.

Zunächst wartete das Team um Chef-Tierpfleger Markus Hinker ab. Denn es kann auch vorkommen, dass sich ein Wolf eine kleine Wunde an der Pfote zuzieht oder sich einen Muskel zerrt – Verletzungen, die meist nach einer Weile von selbst verheilen. »Und eine Untersuchung, für die eine Narkose notwendig ist, ist immer mit einem Risiko verbunden, so dass wir sorgfältig abwägen müssen«, so Herbert Linnemann.

Als Ylvi jedoch immer stärker humpelte, filmten die Pfleger die Wölfin und schickten die Aufnahme der Tierklinik, die zunächst eine Ellenbogen-Dysplasie vermutete, die behandelt werden muss. Mit einem Betäubungsgewehr verpasste Herbert Linnemann am Montag Ylvi dann eine Narkose, so dass sie in die Tierklinik gebracht werden konnte.

Minimalinvasiver Eingriff

Dort untersuchte Kristiane Loth die Wölfin und fertigte unter anderem im Computertomographen ein dreidimensionales Röntgenbild an. Darauf ist deutlich das längliche, gewellte Metallteil zu sehen, das inzwischen in den Knochen eingewachsen ist. »Es ist so stark eingekapselt, dass das Metallteil selbst keine Probleme bereitet und deshalb auch nicht entfernt werden muss«, erläutert Kristina Loth.

Dennoch hat der Fremdkörper Schaden angerichtet, weil sich eine Arthrose gebildet hat. Das Gelenk ist entzündet und der Knorpel ist beschädigt, was Ylvi starke Schmerzen verursacht. Um die Probleme zu lindern, haben die Ärzte bei einem minimalinvasiven Eingriff den Knorpel geglättet und der Wölfin Antibiotikum verabreicht, um die Entzündung zu bekämpfen.

Jetzt sei die Hoffnung, dass sich das Gelenk versteife, so die Tierärztin. »Denn dann würde Ylvi zwar humpeln, hätte aber keine Schmerzen mehr.« Die Chancen, dass dies eintrete, seien relativ groß.

Wichtig ist nun auch, dass Ylvi vom Rudel – bestehend aus ihren Eltern Aik (6) und Rieke (4) sowie ihrer Schwester Bjelle – trotz ihrer Verletzung akzeptiert wird. »Bislang ist dies der Fall. Wir hoffen, dass das so bleibt«, so Andrea Günnemann. Und Tierpark-Chef Linnemann sagt: »Wie sich die Situation für Ylvi mit ihrem Handicap entwickelt, müssen wir nun abwarten.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6341787?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F